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Hielt die Begrüßung und Einführung: Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie


Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung und Bundeswirtschaftsminister a.D.


Dr. Gernot Kalkoffen, Aufsichtsratsvorsitzender der ExxonMobil Central Europe Holding GmbH sowie der ESSO Deutschland GmbH


Reiner Priggen, Mitglied und Sprecher für die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landtags Nordrhein-Westfalen


Daniel Wetzel, Wirtschaftsredakteur der WELT-Gruppe


Durch die Veranstaltung führte Michael Krons, leitender Redakteur bei Phoenix (Mitte)

Fotos: Volker Lannert
Zum Thema „Volle Kraft voraus? Zum Stand der deutschen Energiewende“ diskutierten Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung und Bundeswirtschaftsminister a.D., Dr. Gernot Kalkoffen, Aufsichtsratsvorsitzender der ExxonMobil Central Europe Holding GmbH sowie der ESSO Deutschland GmbH, Reiner Priggen, Mitglied und Sprecher für die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Daniel Wetzel, Wirtschaftsredakteur der WELT-Gruppe, am 17. November 2016. Michael Krons, leitender Redakteur bei Phoenix, moderierte die Veranstaltung.

In seiner Einführung machte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, deutlich, dass die deutsche Energiewende ein großes und ehrgeiziges Projekt sei, das in den letzten Jahren jedoch an Zielstrebigkeit verloren habe. Dennoch werde das Thema auch im 21. Jahrhundert zentral bleiben - und Deutschland dürfe dabei nicht versäumen, eine gestaltende Position einzunehmen.

Dr. Werner Müller erläuterte im Rahmen seiner Rede den Grund für die überdurchschnittlich hohen Strompreise in Deutschland. Im Schnitt müssten die Verbraucher hier 42% mehr zahlen als im Rest Europas. Das hänge mit der Liberalisierung des Strommarktes Ende der 90er Jahre und dem privaten Wettbewerb zusammen. Erschwerend komme auch die Atomwende hinzu, so Müller. Da es den größtenteils privatisierten Unternehmen jedoch denkbar schlecht gehe, sei mit einer Entspannung in den nächsten Jahren nicht zu rechnen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wies Dr. Gernot Kalkoffen auf die internationale Dimension des Themas hin. Die Energiewende sei, genauso wie der Klimaschutz, ein globales Thema, dementsprechend müsse die Politik auch internationale Lösungsansätze finden. Gerade die USA seien in den letzten zehn Jahren beispielhaft voran gegangen, indem sie den Energieträger Kohle größtenteils durch Gas ersetzt und damit den CO2-Ausstoß deutlicher gesenkt hätten als etwa Europa.


Die neusten Entwicklungen nach den Präsidentschaftswahlen in den USA thematisierte in diesem Zusammenhang Reiner Priggen. Dort herrsche nun die Angst vor einem ,rollback‘ in der Klimapolitik vor. Auch deshalb sei es nun an Deutschland, eine zentrale und führende Rolle einzunehmen. Ein gemeinsamer Konsens bleibe jedoch das Wichtigste beim Streben nach einer Wende.

Für Daniel Wetzel hingegen ist Deutschland - und auch Europa - gar nicht mehr so sehr Vorbild wie in der Vergangenheit. So hätten Großbritannien, Dänemark oder Spanien zuletzt sogar erneuerbare Energieprogramme aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen. Andere Länder und Regionen hingegen hätten in den letzten Jahren deutlich aufgeholt.

Insgesamt verdeutlichte die Diskussion, dass die Energiewende noch immer ein zentrales Thema der deutschen und globalen Politik ist - ein klarer Leitfaden über die weitere Ausgestaltung jedoch nach wie vor fehlt. Nichtdestotrotz, so Hombach, sei die Energiewende „unsere Mondlandung“, die Umsetzung bleibe damit das zentrale Ziel der deutschen Politik in den nächsten zehn bis 15 Jahren.


Berichterstattung im Bonner General-Anzeiger