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Das "4. Deutsch-Chinesische Akademische Forum" fand 2016 in Berlin statt


S.E. Shi Mingde, Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland übernahm die Schirmherrschaft der Veranstaltung


Brigitte Zypries im konstruktiven Austausch mit S.E. Shi Mingde



Diskutiert wurde vor allem über für beide Länder wichtige Zukunftsthemen



Gruppenfoto mit chinesischen und deutschen Teilnehmern

 
Am 10. und 11. November 2016 fand das 4. Deutsch-Chinesische-Akademische Forum in Berlin statt, das die BAPP in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) und der Social Sciences in China Press (SSCP) bereits zum vierten Mal durchführte. Unter dem Thema „Neue Entwicklungskonzepte und gesellschaftliche Transformationsprozesse“ diskutierten rund 40 deutsche und chinesische Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen von beiderseitigem Interesse. Der deutschen Delegation gehörten neben dem Präsidenten der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach, unter anderem die ehemaligen Ministerpräsidenten und Bundesminister Prof. Dr. Jürgen Rüttgers und Rudolf Scharping, renommierte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen und Chinaexperten aus den Partnerinstitutionen der BAPP an. Die Schirmherrschaft des Forums übernahm S.E. Shi Mingde, Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland. Die Eröffnungsrede hielt Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In ihren Begrüßungsreden machten sowohl Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, Dr. Gerhard Wahlers, stellvertretender Generalsekretär der KAS, und Wang Limin, Chefredakteur der SSCP, die Bedeutung der deutsch-chinesischen Beziehung deutlich. Die Volksrepublik China sei aktuell dem wohl größten wirtschaftlichen Wandel seit ihrer Gründung unterworfen, weshalb sie von Deutschland und seiner Technologie in unterschiedlichen Bereichen lernen und profitieren könne. Gleichzeitig sei China jedoch auch ein wichtiger Markt für deutsche Unternehmen.

IIn seinem Grußwort an die Teilnehmer des Forums betonte der Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland, S.E. Shi Mingde, die führende und fördernde Rolle der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland, Europa und China. Mehr als 8200 deutsche Firmen seien in China tätig, umgekehrt kämen auch immer mehr chinesische Unternehmen nach Deutschland. Auch wenn Differenzen auftauchten, so der Botschafter, solle das nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir insgesamt über stabile Beziehungen verfügten. Wichtig sei dabei jedoch, sich als Partner auf Augenhöhe zu begegnen und Differenzen miteinander zu diskutieren statt übereinander zu sprechen.

Die deutsche Perspektive beleuchtete Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, in ihrer darauffolgenden Eröffnungsrede. In China gebe es nach wie vor Marktzugangsbeschränkungen und Investitionsbarrieren für ausländische Unternehmen, so etwa den Joint-Venture-Zwang. Deutsche Unternehmen, so Zypries, sollten aber auch die Möglichkeit haben, ohne Kooperationspartner in China tätig zu werden, wie dies eben auch für chinesische Unternehmen in Deutschland möglich sei.

In den anschließenden Panels erläuterten die Mitglieder der deutschen und der chinesischen Delegationen verschiedene Aspekte der bilateralen Beziehungen und der spezifischen gesellschaftlichen Transformationsprozesse. Mit Blick auf die „Bevölkerungsstruktur und die Herausforderungen in einer alternden Gesellschaft“ wurde deutlich, dass der demographische Wandel beide Länder vor ganz ähnliche Herausforderungen stellt. Auch kontroversere Themen wie das „Verhältnis von Demokratie und Rechtsstaat“ standen im Fokus der Veranstaltung. Die deutschen Teilnehmer monierten hier vor allem die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit in China, während die chinesische Delegation auf die neuerlichen Reformen und den stetigen Wandel hinwies. Ferner wurden als weitere Themen von beiderseitigem Interesse die Sicherheit im Internet, nachhaltige Entwicklung, Migration und Immigration sowie der Stand der Geschlechtergerechtigkeit diskutiert. Insgesamt wurde deutlich, dass China und Deutschland in diversen Bereichen vor ganz ähnlichen Herausforderungen stehen, jedoch auch weiterhin Meinungsunterschiede zwischen beiden Ländern existieren, gerade wenn es um die Gewährung von Rechten und Freiheiten geht. Dennoch waren sich die Teilnehmer einig, dass die Diskussionen im Rahmen des Forums immer offener und ehrlicher würden und auch die Thematisierung von Differenzen zu einer Stärkung der zwischenstaatlichen Beziehungen beitrage.

Begleitet wurde das Forum durch ein kulturelles Programm für die Delegation aus China, bei dem sowohl der wissenschaftliche als auch der persönliche Austausch zwischen den Teilnehmern im Vordergrund stand. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde zwischen den Kooperationspartnern vereinbart, die erfolgreiche Zusammenarbeit auch im kommenden Jahr im Rahmen eines "5. Deutsch-Chinesischen Akademischen Forums" in Peking fortzusetzen.