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Dr. Ansgar Burghof, Direktor und Vorstand des Gustav-Stresemann-Instituts, übernahm die Begrüßung


Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, während der thematischen Einführung


Sir Sebastian Wood KCMG, Britischer Botschafter in Deutschland


Lord Charles Aldington, Trustee der Ditchley Foundation und bis 2009 Chairman Deutsche Bank London


Die Auswirkungen des Brexit-Referendums auf Großbritannien und Europa wurden auf dem Podium kontrovers diskutiert


Botschafter Wood verdeutlichte, dass Großbritannien auch zukünftig enge Beziehungen zur EU pflegen werde


Die Veranstaltung stieß auf großes öffentliches Interesse


Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Gustav-Stresemann-Institut e.V. (GSI) durchgeführt

Fotos: Volker Lannert
Am 29. November 2016 diskutierten Sir Sebastian Wood KCMG, Britischer Botschafter in Deutschland, Lord Charles Aldington, Trustee der Ditchley Foundation und bis 2009 Chairman Deutsche Bank London, und Udo van Kampen, Journalist sowie u.a. langjähriger Leiter des ZDF-Studios Brüssel, über das Thema "Wie weiter nach dem Referendum? Großbritannien und Europas Zukunft". Die Podiumsdiskussion wurde von Barbara Wesel, Brüssel-Korrespondentin der Deutschen Welle, moderiert. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Veranstaltungsreihe "Wie kommt Europa aus der Krise?", die von der Bonner Akademie in Kooperation mit dem Gustav-Stresemann-Institut e.V. (GSI) durchgeführt wird.

Für Dr. Ansgar Burghof, Direktor und Vorstand des Gustav-Stresemann-Instituts, steht das Brexit-Referendum symbolisch für die aktuelle Gefahr der Renationalisierung, die als Trend mittlerweile einige Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfasst habe. Gleichzeitig hielt er in seiner Begrüßung fest, dass Europa viel mehr als 'nur' die EU sei und Großbritannien trotz des bald erfolgenden EU-Austritts ein wichtiger Teil Europas bleiben werde. In der thematischen Einführung konstatierte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, der Schock über das Ergebnis des Referendums sitze bei vielen immer noch tief, dennoch müsse man das Faktische akzeptieren, was manchen nach wie vor schwer falle. Für die Zukunft empfehle er der EU, vielleicht ein wenig britischer zu werden, um am Ende auch weiterhin als Gemeinschaft zusammenzubleiben.

Botschafter Wood verdeutlichte zu Beginn seiner Rede, dass sich die Form der Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union bzw. ihren Mitgliedstaaten nun unweigerlich verändern werde. Darüber hinaus bleibe das Vereinigte Königreich bis zum endgültigen Austritt ein vollwertiges EU-Mitglied – mit allen Rechten und Pflichten, die eine Mitgliedschaft mit sich bringe. Im Zusammenhang mit den im kommenden Jahr beginnenden Austrittsverhandlungen machte er sich für konstruktive Gespräche stark, ein Gegeneinander würde schließlich niemandem nutzen. "Der EU-Austritt bedeutet nicht, dass Großbritannien Europa den Rücken zuwendet – das wäre aus kultureller, historischer und wirtschaftlicher Perspektive auch nicht möglich", so der Schlusssatz des britischen Botschafters.

Die anschließende Diskussion eröffnete Lord Aldington, der festhielt, dass die Briten naturgemäß versuchen werden, das bestmögliche für sich auszuhandeln. Die Unterschiede, die zwischen Briten und den restlichen Europäern bestehen, würden sich nicht zuletzt aus der geografischen Trennung durch den Ärmelkanal erklären, wodurch wichtige gemeinsame Erfahrungen ausgeblieben sind. So habe es auf britischem Boden in den letzten 100 Jahren keine Kriege gegeben – ganz anders als auf dem europäischen Festland, wo insbesondere die Kriege des vergangenen Jahrhunderts eine nachhaltige Prägung hinterlassen haben.

Udo van Kampen teilte dem Publikum seine Erfahrungen aus insgesamt 19 Jahren in Brüssel mit. So hätten die Briten in Fragen der europäischen Einigung immer etwas auf der Bremse gestanden. Seiner Einschätzung nach werden die Austrittsverhandlungen "ein Hauen und Stechen in Brüssel geben", jedoch lasse sich in diesem Zusammenhang noch keine klare Verhandlungsstrategie und -linie vonseiten der britischen Administration erkennen. Zum Ende der Diskussionsrunde ergriff Botschafter Wood noch einmal das Wort und hielt abschließend fest: "Wir müssen unsere Beziehungen neu gestalten, aber wir werden Freunde bleiben."


Interview mit Botschafter Wood im Bonner General-Anzeiger