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Hielt die Begrüßung und Einführung: Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie


Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, während seiner Rede


Diskutierten über verschiedene wirtschafts- und sozialpolitische Aspekte: Olaf Scholz (l.) und Gabor Steingart (r.)


Gabor Steingart, Buchautor und Herausgeber des "Handelsblatt"


Olaf Scholz während der Podiumsdiskussion


Die Veranstaltung der Bonner Akademie stieß auf großes Interesse

Fotos: Volker Lannert
Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, war am 25. Oktober 2016 zu Gast in der Bonner Akademie, um über das Thema "Moderne Wirtschafts- und Sozialpolitik – zwischen Balance und Blockade" zu referieren. Über 200 Zuhörer verfolgten seine Rede sowie die anschließende von Gabor Steingart, Buchautor und Herausgeber des "Handelsblatt", moderierte Podiumsdiskussion.

In seiner Begrüßung und inhaltlichen Einführung stellte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, "ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht" als das Hauptziel einer klugen Wirtschaftspolitik heraus. Dieses könne man nur erreichen, wenn man die folgenden Koeffizienten erfülle: ein hoher Beschäftigungsstand, ein stabiles Preisniveau, ein stetiges und angemessenes Wachstum, eine ausgeglichene Handelsbilanz, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie eine gerechte Verteilung von Löhnen und Vermögen. Dabei sei jedoch die optimale Erfüllung sämtlicher Einflussfaktoren dieses sogenannten "Magischen Sechsecks" aufgrund der Mitwirkung verschiedener Vetospieler schwierig bis teilweise unmöglich.

Olaf Scholz, der von 2007 bis 2009 Bundesminister für Arbeit und Soziales war, erläuterte zu Beginn seiner Rede, dass die absolute Zahl der vermeintlichen Verlierer der Globalisierung laut Erhebungen nicht so hoch sei, wie oftmals angenommen werde. Im Gegenteil: "Armut, Krankheiten und mangelnde Bildung sind in vielen Ländern der Welt in den vergangenen drei Jahrzehnten in einem Maß zurückgegangen, über das wir nur froh sein können." Gleichzeitig bedarf es einer Vielzahl weiterer Anstrengungen, um eine Teilhabe möglichst vieler Menschen an den positiven Effekten der Globalisierung zu erreichen. In erster Linie benötige man hierfür einen robusten Sozialstaat, "damit die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein werden, die Herausforderungen der Globalisierung zu meistern und ihre Chancen zu nutzen."

In der anschließenden Diskussion antwortete Olaf Scholz auf die Frage von Gabor Steingart, welche konkreten wirtschaftspolitischen Maßnahmen er denn für geeignet und effektiv halte, dass es eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen – wie beispielsweise Wohnungsbau oder Bildung – gäbe, die auch klare wirtschaftliche Implikationen hätten. Zum Thema Sozialstaat hielt er fest, dass heutzutage niemand mehr ernsthaft an der langfristigen Stabilität der sozialen Sicherungssysteme zweifle, was auch ein Verdienst der "Agenda 2010" der Regierung Schröder sei. Bezugnehmend auf die aktuelle Diskussion um die Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland unterstrich der Regierungschef des Landes Hamburg die Bedeutung des Mindestlohns für eine sozial verträgliche Gestaltung der Globalisierung: "Ohne Mindestlohn ist Globalisierung nicht auszuhalten", so Scholz. Im Zusammenhang mit der stabilen deutschen Wirtschaftslage nimmt aus seiner Sicht die Digitalisierung eine besondere Rolle ein, da diese die deutsche Wirtschaft noch wettbewerbsfähiger gemacht habe und auch zukünftig zu noch mehr Wachstum beitragen könne.


Die Begrüßung und Einführung von Prof. Bodo Hombach finden Sie hier

Die Rede von Olaf Scholz können Sie hier nachlesen

Interview mit Olaf Scholz im Bonner General-Anzeiger