Developed in conjunction with Joomla extensions.

Prof. James D. Bindenagel, Leiter des Center for International Security and Governance (CISG), hielt die Begrüßungsrede

Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, bezeichnete in seiner Einführung die transatlantischen Beziehungen als unverzichtbare "Konstante"

Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatt und ausgewiesener USA-Experte

Michael R. Keller, US-Generalkonsul in Düsseldorf

War als ARD-Korrespondent über viele Jahre in den USA: Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks

Julius van de Laar, Kampagnen- und Strategieberater sowie 2008 im Wahlkampf für Barack Obama tätig

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde das neue Buch "Amerika stellt die Weichen – die Supermacht im Umbruch" vorgestellt

Großes Interesse an der Veranstaltung in der Bonner Akademie
In Zusammenarbeit mit dem Center for International Security and Governance lud die Bonner Akademie am 7. März 2016 zur Buchvorstellung "Amerika stellt die Weichen – die Supermacht im Umbruch". Als Podiumsgäste durften Tom Buhrow, Intendant des WDR und langjähriger USA-Korrespondent, Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, Michael R. Keller, US-Generalkonsul in Düsseldorf, und Julius van de Laar, Kampagnen- und Strategieberater sowie 2008 als einziger Deutscher im Wahlkampf für Barack Obama tätig, begrüßt werden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Jan Philipp Burgard, Journalist und Mitherausgeber des Buches.

Prof. James D. Bindenagel, Leiter des Center for International Security and Governance, verwies in seiner Begrüßung auf einen Umbruch in der amerikanischen Gesellschaft, der sowohl ökonomisch wie auch demografisch zu begründen und nicht zuletzt Ergebnis der digitalen Revolution sei. Der aktuelle Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur zwischen Republikanern und Demokraten sei "aus den Fugen" geraten und verdeutliche den Vertrauensverlust der Amerikaner in ihre Eliten.

Die Frage, welche Weichen Amerika stelle und für wen, griff Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, einführend auf und bezeichnete die transatlantischen Beziehungen als unverzichtbare "Konstante". Trotz einer tiefen gesellschaftlichen Spaltung des Landes, so Hombach, hoffe er, dass der "frustrierte Riese nicht in Lähmung verfalle".

Dr. Jan Philipp Burgard eröffnete die Diskussionsrunde und begann mit einer Frage nach einem möglichen Erfolg des umstrittenen Kandidaten der Republikaner Donald Trump. "Wie würde das Handelsblatt im Falle einer Präsidentschaft Donald Trumps titeln?", so Burgard. Gabor Steingart betonte, er glaube nicht an einen Präsidenten Trump, es seien "Medien, die Ängste kultivierten", und zudem finde Trump keine Mehrheit in den eigenen Reihen. Generalkonsul Michael R. Keller fügte an, dass es selbigen aber dennoch gelinge, die "Wut der Wähler zu kanalisieren" und sich als Alternative zu positionieren, die die Amerikaner bis dato nicht hatten. Gabor Steingart hob hervor, dass es insbesondere die schlechte Bilanz der Obama-Administration gewesen sei, die einen derart populistischen Wahlkampf befördert habe. Dem hielt Julius van de Laar eine sinkende Arbeitslosigkeit entgegen, die u.a. mit der Schaffung von 14 Millionen Jobs zusammenhinge. Dennoch "funktioniere die Art der gesellschaftlichen Spaltung für Trump", denn ohne Polarisierung gebe es auch keine Mobilisierung der Wählerschaft, so van de Laar.

Neben der Suche nach Gründen für den Erfolg Donald Trumps, sollte aber auch die Frage nach dem deutsch-amerikanischen Verhältnis beleuchtet werden, das sich, so Generalkonsul Keller, verändert habe. Es bestand dennoch allgemeine Einigkeit in der Ansicht, dass Deutschland und Amerika, trotz vorhandenem Antiamerikanismus, insbesondere durch einen gleichen Wertekanon eng miteinander verbunden seien.

Tom Buhrow, der wegen einer Gremiumssitzung verspätet zur Diskussion dazu stieß, bilanzierte den amerikanischen Vorwahlkampf und betonte, "etwas Besseres als Donald Trump kann Hilary Clinton nicht passieren". Dennoch sei die Präsidentschaftswahl in den USA eine Direktwahl zweier Persönlichkeiten, bei der Clinton der Sprung "in die Herzen der Leute" noch nicht gelungen sei. Van de Laar fügte hinzu, es fehle Clinton an Visionen für das Land. "Die beste Vision für Amerika ist, keine zu haben", widersprach Steingart. Es bedürfe einer guten Portion Pragmatismus und es sei Clinton, die diese Erfahrung in das Amt mitbringen könne.

Alle Diskutanten waren einig darin, Donald Trump nicht als 45. amerikanischen Präsidenten sehen zu wollen – Steingart prognostizierte gar "einen Erdrutschsieg" für die Demokraten. "Man kann über dieses Land sagen, was man will – es stimmt immer", konstatierte Hombach zu Beginn der Veranstaltung. Eine Aussage, die durch die lebhafte Diskussionsrunde im Rahmen der Buchvorstellung "Amerika stellt die Weichen – die Supermacht im Umbruch" wohl bestätigt wurde.


Das Buch "Amerika stellt die Weichen – die Supermacht im Umbruch" erscheint im Lingen Verlag und ist ab dem 15. März 2016 im Buchhandel erhältlich.


Berichterstattung in der Presse:
General-Anzeiger Bonn