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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie


Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten


Dr. Hildegard Stausberg, diplomatische Korrespondentin der Zeitung "Die Welt", im Gespräch mit Dr.-Ing.e.h. Wolfgang Clement, Bundesminister a.D. und Ministerpräsident a.D.


Alexander Marguier, stellvertretender Chefredakteur beim Magazin CICERO


Prof. Dr. Tilman Mayer, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn


Die erste von der Bonner Akademie ausgerichtete Diskussionsveranstaltung des Jahres fand am 20. Januar 2015 unter dem Titel „1990-2015: 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung: Jetzt Verantwortung für Europa übernehmen!“ statt und lockte knapp 150 interessierte Besucher in das Bonner Universitätsforum.

In der Begrüßung durch Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, nannte dieser die aktuell wohl größten Probleme, vor denen Europa stehe: Neben der Euro- und Finanzkrise sowie dem Ukrainekonflikt stellen auch die Anti-Europa-Strömungen in vielen EU-Mitgliedsländern eine zunehmende Herausforderung dar. Wichtig sei in Anbetracht dieser europakritischen Strömungen der Zusammenhalt: „Nur ein äußerst starkes Gemeinschaftswerk kann nach dem Kalten Krieg einen ‚Kalten Frieden‘ verhindern.“

Die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion waren Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Dr.-Ing. e.h. Wolfgang Clement, Bundesminister a.D. und Ministerpräsident a.D., Alexander Marguier, stellvertretender Chefredakteur beim Magazin CICERO, und Prof. Dr. Tilman Mayer, Professor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn. Die Moderation übernahm Dr. Hildegard Stausberg, diplomatische Korrespondentin der Zeitung „Die WELT“.

Dr. Stausberg richtete sich mit der Frage, was der im Titel der Veranstaltung verankerte Begriff der Verantwortung im Zusammenhang mit Europa bedeute, zunächst an Wolfgang Clement. „Europa stagniert sowohl wirtschaftlich als auch politisch“, lautete dessen Kritik, was fehle sei ein europäisches Leitbild, mit dem die Menschen sich identifizieren können. Darüber hinaus müsse man die „Emotion Europa“ wiederbeleben. Auch Alexander Maguier stimmte dem zu: „Es muss wieder eine Leidenschaft für Europa entwickelt werden.“ Nicht nur der Emotion und der Leidenschaft, sondern auch der Grundidee Europas müsse man zu neuer Sichtbarkeit verhelfen, betonte Elmar Brok. Diese Grundidee bestehe darin, keine Grenzen mehr zu ändern, sondern Grenzen unbedeutend zu machen, so der Abgeordnete des Europäischen Parlaments.

Um ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl wiederzugewinnen, seien europaweit agierende Medien wichtig, hielt Wolfgang Clement fest. Denn die momentane Situation sehe so aus, dass alle Länder in ihrem eigenen Wahrnehmungsfeld agieren und somit eher auseinander treiben als zusammenwachsen. Bedenken äußerte Prof. Dr. Tilman Mayer aufgrund der Sprachbarrieren und der daraus resultierenden Komplikationen. Er wies darauf hin, dass etwas, was man abstrakt gut finde, in der Realität leicht schiefgehen könne. Elmar Brok beharrte dennoch auf die bestehende Notwendigkeit gesamteuropäischer Medien: „Die Berichterstattung über europäische Themen ist pur national. Das muss sich ändern.“ Auch die Betonung gemeinsamer Interessen sei von immenser Bedeutung. Die Hilfestellung an Nachbarstaaten falle unter diese Rubrik: „Wie kann es uns so gut gehen, wenn unsere Nachbarn pleitegehen? Wenn die pleitegehen, gehen auch wir Pleite. Das ist allerdings mehr als ein wirtschaftliches Prinzip: Der Zusammenhalt, die Solidarität, muss darüber hinausgehen“, so sein abschließender Appell an das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl.