Developed in conjunction with Joomla extensions.

Prof. Dr. Dominik Geppert, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


Zahlreiche Gäste hörten den Vortrag des Experten für Großbritannien und die deutsch-britischen Beziehungen


An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an


Diese Veranstaltungsreihe fand in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung statt.

 
Die Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Dominik Geppert (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn), Historiker und besonderer Experte für Großbritannien und die deutsch-britischen Beziehungen, bildete den gelungenen Abschluss der Ringvorlesung "Europas Ende – Europas Anfang". Diese widmete sich unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Decker und Prof. Dr. Jürgen Rüttgers (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Fragestellungen zur Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.

In seiner Begrüßung verwies Prof. Decker auf die große Expertise des Referenten zum Thema aufgrund seiner umfangreichen Forschung zu Großbritannien und den deutsch-britischen Beziehungen. Die jüngsten Entwicklungen zur Lösung sowohl der Euro-Krise als auch der aktuellen Flüchtlingsproblematik schienen die Zurückhaltung des Referenten gegenüber einer stetigen Vertiefung und weiteren Zentralisierung der Europäischen Union (EU) zu bestätigen.

Prof. Geppert nahm in seinem Vortrag zunächst eine Analyse der stets besonderen Beziehung Großbritanniens zur EU vor und stellte unterschiedliche Ursachenkomplexe der traditionellen britischen Europaskepsis heraus. So besitze die Europapolitik im Gegensatz zur deutschen Diskussion einen prominenten Platz im parteipolitischen Wettstreit und stelle sogar ein "besonders blutiges Schlachtfeld der Parteipolitik" dar. Zudem werde die EU aufgrund abweichender historischer Erfahrungen nicht in gleicher Weise als Projekt des Friedens und des Wohlstands wahrgenommen, wie dies in Kontinentaleuropa der Fall sei. Hinzu träten Unterschiede in der politischen Kultur und verfassungsgeschichtliche Hürden hinsichtlich der Tradition des Zentralismus und der Parlamentssouveränität im britischen Regierungssystem. Hinsichtlich der Diskussion um das von der britischen Regierung angesetzte Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU benannte der Referent die Themen Migration und Arbeitnehmerfreizügigkeit auf der Seite der Brexit-Befürworter, die drohende Loslösung Schottlands sowie die potentiellen wirtschaftlichen Gefahren auf Seiten der Brexit-Gegner als entscheidende Argumente. Dabei sei der Ausgang des Referendums zurzeit nicht abzusehen.

Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion. In diese fanden unter anderem die Rolle der britischen UKIP im Referendumsprozess, die formalen Modalitäten des letzteren sowie die Auswirkungen der britischen Forderungen auf eine mögliche Reform der europäischen Architektur insgesamt Eingang.