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Der neue Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, begrüßt die Gäste

Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, und die Diskussionsteilnehmer folgen den Worten des Rektors

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Auf dem Podium wurde kontrovers diskutiert. Hier: Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung

Im Dialog mit dem Publikum: Dr. Dr. h.c. Werner Müller (l.) und Sigmar Gabriel (r.)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war am 1. Oktober 2015 zu Gast in der Bonner Akademie, um über die Energiewende sowie über die deutsche Energiepolitik zu reden und zu diskutieren. Mit ihm auf dem Podium saßen Bundesminister a.D. Dr. Dr. h.c. Werner Müller und Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Moderation erfolgte durch den Chefredakteur des Handelsblatts, Hans-Jürgen Jakobs.

Nach kurzen Begrüßungsreden durch den Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, und den Präsidenten der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach, erörterte Sigmar Gabriel das facettenreiche Thema der Energiewende. Zu Beginn machte er darauf aufmerksam, dass das Thema um einige Aspekte erweitert werden müsse. Denn es gehe nicht nur um die reine Energieeinspeisung, sondern ebenso um den großen Energieverbrauch durch Kraftstoffnachfrage und Wärmeversorgung.

Des Weiteren hob der Minister die europäische Dimension des Projektes heraus. So gebe es Kooperationen mit Schweden und Norwegen, wohingegen Dissonanzen mit der polnischen Energiepolitik aufträten. Besonders wichtig für den Minister ist die Vorreiterrolle, die Deutschland bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien zukommt. Denn dabei müsse es beweisen, dass ein Hochtechnologieland Klimaschutz und Industrie vereinen könne. Nicht zuletzt verteidigte er seinen ursprünglichen Plan einer Klimaabgabe für Braunkohlekraftwerke. Diese wäre eine kostengünstige Regulierungsmaßnahme für die Reduktion des CO2-Ausstoßes gewesen.

Vor dem Beginn der Diskussion führte Hans-Jürgen Jakobs eine Umfrage über die Zufriedenheit des Publikums mit der aktuellen Umsetzung der Energiewende durch. Das Ergebnis fiel dabei äußerst gemischt aus.

In der folgenden Diskussion machte Ralf Fücks auf die Fortschritte der Schwellenländer in Bezug auf regenerative Energien aufmerksam. So gelänge insbesondere China eine reale Entkopplung von Wirtschaftswachstum und CO2-Ausstoß. Dem entgegnete Minister Gabriel, dass Indien und China weiter große Mengen durch Kohleverstromung emittieren. Außerdem sei das EEG ein großer Erfolg, da es in 34 Ländern implementiert wurde. Dr. Müller forderte eine Kopplung der Einspeisevergütung für den Stromproduzenten an eine garantierte Speicherkapazität, die deckungsgleich mit der Produktionskapazität sein solle. Fücks sprach sich darüber hinaus für einen Verbund für Erneuerbare Energienauf europäischer Ebene aus, um Synergieeffekte für eine Stabilisierung der Stromversorgung zu nutzen.

Abschließend fragte der Moderator das Publikum erneut nach dessen Einstellung zur Energiewende, wobei sich nun eine größere Zustimmung feststellen ließ.


Berichterstattung in der Presse:
General-Anzeiger Bonn
Handelsblatt