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Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn


Prof. Dr. Herfried Münkler, Humboldt-Universität Berlin


Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn


Die Veranstaltung mit Prof. Dr. Herfried Münkler, einem der bekanntesten und einflussreichsten Politikwissenschaftler Deutschlands, angereist von der Humboldt-Universität Berlin, bildete ein weiteres Highlight der Ringvorlesung "Europas Ende – Europas Anfang". Diese widmet sich unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Decker und Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, beide vom Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn, sowie in Kooperation mit der Bonner Akademie und der Konrad-Adenauer-Stiftung der Suche nach neuen Perspektiven für die Europäische Union. Diesem Anspruch folgend bot der Referent eine geopolitische Analyse der deutschen Position im heutigen Europa und ihrer Bedeutung für das europäische Integrationsprojekt.

In seiner Einleitung hob Prof. Rüttgers die Bedeutung des Referenten als Wissenschaftler und Berater der aktiven Politik hervor, der auch kontroverse Debatten nicht scheue. Durch seine Arbeit zur Rolle Deutschlands in Europa und der Welt besitze Prof. Münkler eine besondere Expertise zur Fragestellung nach der Zukunft der Europäischen Union.

Prof. Münkler zeigte in seinem Vortrag jene Veränderungen im europäischen System auf, durch die Deutschland heute eine anspruchsvollere und mit größeren Erwartungen verbundene Rolle zugewiesen werde. Diese lägen u.a. in den EU-Erweiterungsrunden sowie in der stärkeren Zurückhaltung der USA begründet, sich für die Sicherheitspolitik in Europa zu engagieren. Zudem habe die ökonomische Komponente politischer Macht an Bedeutung gewonnen, wodurch Deutschland weiter in eine Leitposition gedrängt werde. Um einen guten Umgang der deutschen Politik mit den neuen Konstellationen zu sichern, mahnte Prof. Münkler Zurückhaltung und "rhetorische Zügel" der Politik an sowie die stete Bemühung um politische Partner in Europa.

Prof. Decker stimmte in der anschließenden, von ihm geleiteten Diskussion der Bewertung der weiterhin zentralen Bedeutung der nationalen Regierungen in Europa zu und verwies auf die neue Qualität der gegenwärtig herrschenden Krise, deren Ausgang für die EU noch nicht absehbar sei. Prof. Münkler äußerte sich im Rahmen der Diskussionsrunde skeptisch gegenüber der Wahrscheinlichkeit baldiger weiterer Kompetenzabgaben an die europäische Ebene aufgrund zu stark divergierender Prioritäten der Mitgliedstaaten.