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Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn

Prof. Dr. Roland Sturm, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn

Im Rahmen der Ringvorlesung "Europas Ende, Europas Anfang" warf am 4. Mai 2015 in der Bonner Akademie Prof. Dr. Roland Sturm (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) einen Blick auf die Bedingungen und Auswirkungen der Austeritätspolitik in den EU-Mitgliedstaaten. Die Veranstaltungsreihe unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Decker und Prof. Dr. Jürgen Rüttgers (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Bonner Akademie hat sich zum Ziel gesetzt, neuartige Perspektiven auf das europäische Integrationsprojekt aufzuzeigen.

Prof. Decker verwies in seiner Einführung auf das hohe Maß an Uneinigkeit in Politik und Gesellschaft hinsichtlich der Bewertung von Austeritätspolitik, deren Ursachen nicht zuletzt in den unterschiedlichen Betroffenheiten begründet liegen. Mit seiner Forschung biete Prof. Sturm als Politikwissenschaftler und Experte für Wirtschaftspolitik eine wichtige Ergänzung zum weitgehend ökonomisch dominierten Forschungsbestand.

Prof. Sturm unterstrich in seinem Vortrag die oftmals diffuse Verwendung des Begriffs der Austeritätspolitik und entwickelte eine sowohl die wirtschaftliche als auch die gesellschaftliche Dimension einbeziehende Definition. Daran anschließend stellte der Referent die Unterschiede zwischen den nationalen Diskursen in den EU-Mitgliedstaaten heraus sowie ihre Auswirkungen auf die Umsetzung und den Erfolg von Austeritätspolitik. Zudem finde sich in jedem Land eine nationale Färbung der konkreten Ausgestaltung, die auf der Budgethoheit der nationalen Parlamente fuße.

Im Rahmen der anschließenden, von Prof. Rüttgers geleiteten Diskussionsrunde beantwortete der Referent vielfältige Publikumsfragen. Dabei betonte er unter anderem die Auswirkungen der Diskurse auf die "Überlebensfähigkeit der Regierungen" und auf die Entwicklung des nationalen Parteienspektrums. Prof. Rüttgers verwies auf die Aufgabe nicht zuletzt der Politikwissenschaft, ein "Verständnis für Lösungen" aus der Krise zu erzeugen und den entsprechenden Anspruch der Veranstaltungsreihe.