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Viele Interessenten verfolgten den Vortrag zum Thema "Governance-Modelle und die Rolle der Zivilgesellschaft"


Prof. Dr. Gesine Schwan, Humboldt-Viadrina Governance Platform Berlin


Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn


Am 28. April 2015 konnte die Bonner Akademie mit Prof. Dr. Gesine Schwan (Humboldt-Viadrina Governance Platform Berlin) eine renommierte Referentin im Bonner Universitätsforum begrüßen. Die Veranstaltung bildete den Auftakt der Ringvorlesung "Europas Ende – Europas Anfang" im Sommersemester 2015, die sich unter Leitung von Prof. Dr. Frank Decker und Prof. Dr. Jürgen Rüttgers (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Bonner Akademie der Suche nach neue Ideen für die Zukunft der Europäischen Union widmet.

In seiner Einführung verwies Prof. Decker auf die vielfältigen Herausforderungen, vor denen die europäische Staatengemeinschaft stehe. In die Diskussion über eine demokratisch legitimierte, effektive europäische Handlungsfähigkeit bringe die Referentin eine besondere Expertise ein. Sie sei aufgrund ihrer langjährigen, wissenschaftlichen Tätigkeit als Professorin einerseits und ihrer umfangreichen Erfahrungen in der praktischen Politik andererseits in beiden Welten, der Wissenschaft und der politischen Praxis, zuhause.

In ihrem Vortrag entwarf Prof. Schwan das Modell eines Governance-Netzwerks aus staatlichen Institutionen, transnationalen Unternehmern und aktiver Zivilgesellschaft, deren Kooperation es bedürfe, um die Herausforderungen der Politik in Europa und der globalisierten Welt zu meistern. Schließlich besäßen diese drei Akteursgruppen gemeinsam 'viel mehr Macht und Einfluss". Eine Fortführung und Sicherung der europäischen Integration als eine herausragende "Erfolgsgeschichte der Politik" verlange neuartige Herangehensweisen. In Bezug auf die europäische Finanzkrise hob sie insbesondere die Rolle des Bankensektors hervor und stellte in Hinblick auf die Entwicklungen in Griechenland der bisherigen Reformpolitik ein schlechtes Zeugnis aus. Um ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl in Europa zu erzeugen, bedürfe es einer Bottom-up-Strategie, die einen "grenzüberschreitenden Verständigungsprozess" einbeziehe.

Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion unter Leitung von Prof. Rüttgers, in der sich die Referentin den vielfältigen Fragen des interessierten Publikums stellte. Die Runde schloss Prof. Rüttgers mit einem Plädoyer für "die Kraft der Ideen", für die es sich zu engagieren lohne.

Interview der Medienwerkstatt Bonn mit Gesine Schwan im Anschluss an die Veranstaltung