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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie

Georg Mascolo während der Diskussion

...und im Gespräch mit Dr. h.c. Fritz Pleitgen, ehemaliger WDR-Intendant sowie ehemaliger ARD-Vorsitzender, und Moderator Michael Krons, Leitender Redakteur bei Phoenix

Prof. Dr. Günther Nonnenmacher, früherer Herausgeber der FAZ

Am 15. September 2015 konnte die Bonner Akademie den ehemaligen Chefredakteur des SPIEGEL und jetzigen Leiter des Rechercheverbunds von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung, Georg Mascolo, als profilierten Kenner der journalistischen Szene begrüßen.

In seiner Begrüßungsrede machte der Präsident der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach, deutlich, dass ein Journalist nicht nur Fähigkeiten, sondern vor allem Fertigkeiten vorweisen muss, um eine professionelle Arbeit zu leisten. Er betonte hierbei auch die Notwendigkeit, dass eine gute Recherche und eine gründliche Analyse erst ein qualitatives Ergebnis erzielen können.

Georg Mascolo veranschaulichte anhand eindrücklicher Beispiele, dass die journalistische Glaubwürdigkeit vielfach durch schlechte Recherche oder sogar schlicht erfundene Begebenheiten in der Berichterstattung beschädigt sei und auch weiterhin werde. Journalisten sind nicht fehlerfrei, bemerkte er, aber man müsse sich bemühen, die Fehlberichterstattung auf ein Minimum zu begrenzen und dürfe nicht sensationsheischend agieren.

In der sich anschließenden Diskussion mit dem ehemaligen WDR-Intendanten sowie ehemaligen ARD-Vorsitzenden Dr. h.c. Fritz Pleitgen und dem früheren FAZ-Herausgeber Prof. Dr. Günther Nonnenmacher unter der Moderation von Phoenix-Redakteur Michael Krons kristallisierte sich heraus, dass die Grundannahme einer Glaubwürdigkeitskrise keine volle Zustimmung findet. Dr. Pleitgen merkte an, dass bereits vor 50 Jahren das Ansehen der Journalisten verschwindend gering gewesen sei, im Vergleich aber die journalistische Ausbildung heute um ein vielfaches besser und damit die Qualität der Berichterstattung höher sei, als die der oft beschworenen Vergangenheit.

Michael Krons hingegen stellte die Frage, ob man im Spannungsbogen zwischen Geschwindigkeit und Recherche vielleicht manchmal zu schnell sei? Prof. Nonnenmacher machte schließlich deutlich, dass sich der Journalismus in keiner Glaubwürdigkeitskrise befinde, auch wenn er einräumte, dass der Onlinejournalismus den Printmedien eine erhöhte Geschwindigkeit der Berichterstattung gelegentlich auf Kosten der Qualität aufnötige. Er verwies aber auch darauf, dass die Marke "Journalismus" sich nicht von entsprechenden Anfeindungen einschüchtern lassen solle.