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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Nico Lumma, Co-Vorsitzender des Vereins "D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt"

Prof. Dr. Rainer Wieland, Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der Bergischen Universität Wuppertal

Fabian Schulz, Director E-Business und Telekommunikation bei Simon-Kucher & Partners

Moderator der Podiumsdiskussion: Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur des Handelsblatts

Kooperationsveranstaltung mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer war am 2. März 2015 zu Gast in der Bonner Akademie, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt sowie auf das alltägliche Leben zu sprechen. Dabei ging sie insbesondere auf die Herausforderungen für die Politik im Zusammenhang mit einer effektiven Steuerung dieser Entwicklung ein und nannte konkrete Projekte in Rheinland-Pfalz sowie einen Vorschlag für eine länderübergreifende Koordinierung. Insgesamt 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der gemeinsamen Einladung der Bonner Akademie und der Friedrich-Ebert-Stiftung zu der Diskussionsveranstaltung.

„Die digitale Revolution ist eigentlich Produkt eines Zerfalls“, denn „die analoge Ganzheitlichkeit unserer Wahrnehmung war rund 5 Millionen Jahre die einzige“, lautete Prof. Bodo Hombachs Bewertung zum Thema „Digitalisierung“. Gleichzeitig stellte der Präsident der Bonner Akademie in seiner Begrüßung die Frage „nach Sinn und Mehrwert dieses Fortschritts für analoge Menschen“, welche auch leitend für die folgende Diskussion sein sollte.

Malu Dreyer bezeichnete in ihrer anschließenden Rede die Digitalisierung als ein „Herzensthema“, das ihrer Meinung nach mehr Chancen als Gefahren in sich berge. Gerade der technologische Fortschritt könne eine „älter werdende Gesellschaft jung halten.“ Am wichtigsten sei dabei, die weitere digitale Entwicklung effektiv zu nutzen und am Ende sinnvoll in den Alltag der gesamten Bevölkerung einzubinden, schließlich werde die Digitalisierung immer stärker Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche nehmen. Als Hauptschwerpunkte, bei denen an dieser Stelle sowohl Bundes- als auch Landespolitik zukünftig verstärkt aktiv werden müssten, nannte die rheinland-pfälzische Regierungschefin das Bildungswesen, den Datenschutz sowie die Förderung des hiesigen Wirtschaftsstandortes. Vor allem beim letzten Punkt sei ein koordinierter Ausbau des Breitbandanschluss essentiell, denn „2 Mbit/s reichen hier nicht mehr aus.“

In der von Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur des Handelsblatts, moderierten Diskussion übernahm als erstes Nico Lumma, einer der Internetpioniere in Deutschland und Co-Vorsitzender des Vereins „D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt“, das Wort und stellte klar, dass die konsequente Skepsis gegenüber des digitalen Fortschritt überwunden werden müsse, indem vor allem die Chancen für die Gesellschaft in den Vordergrund gestellt werden. Hier pflichtete ihm Prof. Dr. Rainer Wieland bei. Der Arbeits- und Organisationspsychologe der Bergischen Universität Wuppertal sieht im aktuellen Trend auch Chancen für Ältere. Man sollte sich außerdem davon lösen, die momentanen Entwicklungen in der Arbeitswelt hauptsächlich auf die Digitalisierung zu beschränken. Diese sei zwar ein prägendes Element, im Zentrum der allgemeinen Bemühungen solle aber vielmehr die Schaffung von ganzheitlichen guten Arbeitsbedingungen stehen – sowohl für Jung als auch für Alt. Fabian Schulz, Director E-Business und Telekommunikation bei der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners, beleuchtete hingegen auch die negativen Aspekte der Digitalisierung. Diese könne beispielsweise „zur Vereinsamung beitragen“, zu weniger Service und zur Abnahme „sozialer Interaktion“ führen. Dem hielt Malu Dreyer entgegen, dass man auch in Zukunft Lebensstrukturen schaffen müsse, die der drohenden Vereinsamung einzelner entgegenwirken.


Bericht des Bonner General-Anzeigers zur Veranstaltung