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Rund 200 Besucher folgten der Veranstaltung zum Thema "Gerechtigkeit"

Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie

Armin Laschet MdL, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bundesvorstands sowie Vorsitzender der CDU Landtagsfraktion und der CDU Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Markus Gabriel, Inhaber des Lehrstuhls für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn

Peter Maffay, Musiker, Vorsitzender der Peter Maffay Stiftung und Schirmherr der Tabaluga Kinderstiftung

Rüdiger Oppers, Bevollmächtigter des Vorstandes der Evonik Industries AG

Armin Laschet im Gespräch mit Moderator Dr. Alexander Kissler, Leiter des Kulturressorts „Salon“ beim Magazin Cicero
Zu der Diskussionsrunde der Bonner Akademie „Wie gerecht hätten Sie’s denn gerne? Gerechtigkeit zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ fanden sich am 19. November 2014 rund 200 Besucher im Bonner Universitätsforum ein. Hauptredner der Veranstaltung war Armin Laschet MdL, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bundesvorstands sowie Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und der CDU Nordrhein-Westfalen.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach, folgte dessen Einführung in das Thema Gerechtigkeit: „Wer sich auf die Durchschnittswerte des statistischen Mittels verlässt, wird meinen wir leben in der besten aller Welten‘“, so Hombach, der die Blindheit der Statistik bildhaft gekonnt erläuterte: „Da macht eine Familie eine Wanderung: der Sohn trägt den schweren Rucksack, der Vater den leichten. Brutto wiegen sie alle gleich viel. Aber ist das gerechte Lastenverteilung?“

Nach seinen Ausführungen übergab er das Wort an Armin Laschet, der seinen Vortrag passend mit einem Umfragewert begann: „52% der Deutschen finden, dass es in Deutschland nicht gerecht zugeht.“ Ein bedenklich hoher Wert. Denn Gerechtigkeit misst Laschet an der Möglichkeit in der sozialen Leiter aufzusteigen: „Jedem, egal wo er herkommt, die gleichen Aufstiegschancen zu verschaffen, das verstehe ich unter Gerechtigkeit.“ Die Aufgabe der Politik sei es, für eine größere soziale Mobilität zu sorgen.

Abschließend diskutierte er zusammen mit dem Musiker Peter Maffay, der sich mit seiner Peter-Maffay-Stiftung schon seit Jahren sozial engagiert, Rüdiger Oppers, Bevollmächtigter des Vorstandes der Evonik Industries AG, und Prof. Dr. Markus Gabriel, Inhaber des Lehrstuhls für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Dr. Alexander Kissler, Leiter des Kulturressorts „Salon“ beim Magazin Cicero.

Zunächst erläuterte Prof. Dr. Markus Gabriel Platons Verständnis von dem Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Staat. Dieser müsse „jedem Einzelnen die Möglichkeit geben, das Seine tun zu können“. Laut Peter Maffay besteht die Aufgabe des Staats darin, die Schwächeren mitzuziehen. Dennoch sei auch jeder Einzelne Mitträger dieser Verantwortung: „Der Staat sind wir. Und wir müssen dem von uns formulierten Regelwerk gerecht werden, nämlich, dass wir vor dem Gericht alle gleich sind.“ Laschet betonte aber auch, dass Gerechtigkeit niemals Gleichheit bedeute. Zwar sei es wichtig, die gleichen Aufstiegschancen zu ermöglichen, sollte jedoch ein härter arbeitender Mensch mehr verdienen als sein Kollege, so sei dies durchaus gerecht. Also soziale Gerechtigkeit contra Leistungsgerechtigkeit? Auf die Frage Kisslers hin, ob es Bevormundung sei, mit einem westlichen Gerechtigkeitsverständnis in die Welt zu gehen, erwiderte Rüdiger Oppers, dass Menschenrechte universell seien, „sonst wären es ja keine Menschenrechte. Somit sollte man sich auch im Ausland dafür einsetzen.“ Unterstützt wurde dies von Prof. Dr. Gabriel: „Das Wort Gerechtigkeit ist auf Universalität angesetzt.“ Auch Peter Maffay stimmte dem zu, indem er zum Ausdruck brachte, dass er glaube, das Gerechtigkeitsempfinden sei ein universales Empfinden. Er betonte aber dabei auch, dass es in der Welt noch lange nicht gerecht zugehe: „Wir sprechen heute von Gerechtigkeit, weil es offensichtlich nicht genug davon gibt. Ansonsten gäbe es gar keinen Diskussionsbedarf.“

Alle Anwesenden waren froh, dass die Bonner Akademie eine Plattform für diesen Diskussionsbedarf schaffen konnte.


Bericht des Bonner General-Anzeigers zur Veranstaltung