Developed in conjunction with Joomla extensions.

Dr. Markus Ederer, Staatssekretär des Auswärtigen Amts

Prof. James D. Bindenagel, Center for International Security and Governance der Universität Bonn

Anja Bröker, WDR-Fernsehjournalistin, von 2009 bis 2012 ARD-Korrespondentin in New York

Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie

Michael Krons (M.) vom Fernsehsender Phoenix moderierte die Diskussionsrunde

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt statt.
Die Bonner Akademie begrüßte am 23. Oktober 2014 rund 200 interessierte Besucher im Bonner Universitätsforum zu einer Diskussionsrunde mit dem Thema "Das deutsch-amerikanische Verhältnis im Wandel – Renaissance oder Reform der transatlantischen Beziehungen?" Hauptredner der Veranstaltung war Dr. Markus Ederer, Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Bei der Begrüßung durch den Präsidenten der Bonner Akademie, Bodo Hombach, ging dieser auf aktuelle Probleme des deutsch-amerikanischen Verhältnisses ein. "Wir sind uns fremdgeworden, Missverständnisse häufen sich", so Hombachs Beschreibung der Problematik, für welche er jedoch auch sogleich eine Lösung parat hatte: "Das 'Entweder oder' führt in die Abseitsfalle, das 'Sowohl als auch' bietet Spielraum."

"We will never forget what the Americans did for us." Zu Beginn seiner Rede zitierte Markus Ederer Außenminister Steinmeier und stellte dabei zugleich fest, dass diese positive Aussage von dem Großteil der Medien, die das momentane deutsch-amerikanische Verhältnis als "die größte transatlantische Krise seit dem Irakkrieg" bezeichnen, nicht unterstützt wird. Anschließend ging er auf die vielen globalen Krisen ein, welche eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland erfordern. "Es gibt momentan keine Krise ohne Kooperation mit unserem amerikanischen Partner. Die Konflikte sind zu groß, als dass Europa sie alleine bewältigen könnte." Ederer sprach zudem den NSA-Skandal und die sich daraus resultierende Erschütterung des transatlantischen Verhältnisses an, betonte allerdings erneut die Wichtigkeit einer pragmatischen Partnerschaft: "Beim Blick auf die Welt wird mir wieder klar, wie wichtig unsere Zusammenarbeit ist."

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Markus Ederer auch Bodo Hombach, der ehemalige US-Botschafter Professor James D. Bindenagel, Center for International Security and Governance der Universität Bonn, und die Fernsehjournalistin Anja Bröker teil. Die Moderation übernahm Michael Krons, leitender Redakteur bei Phoenix.

Die erste Frage, welche sich mit dem Vertrauensaspekt des transatlantischen Verhältnisses befasste, richtete Krons an Prof. Bindenagel. Dieser stellte eine Gegenfrage, welche er zugleich selber beantwortete: "Wie kommen wir aus diesem Misstrauen? In alten Krisen haben wir das nur gemeinsam geschafft." Zu diesem Thema sagte Anja Bröker, dass es zwar wichtig sei, bei aktuellen weltweiten Krisen zusammenzuarbeiten, die NSA-Affäre dabei jedoch nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfe, wofür sie Zustimmung vonseiten des Publikums erhielt. Markus Ederer unterstrich, wie wichtig beidseitige Transparenz nach diesem Vertrauensschaden sei.

Fragen aus dem Publikum lenkten die Diskussion auf das umstrittene Transatlantische Freihandelsabkommen. „Wenn ländertrennende Krisen wie die NSA-Affäre länderverbindende Maßnahmen wie TTIP blockieren, so ist das ein groteskes Paradox“, so die abschließende Meinung von Bodo Hombach.


Bericht des Bonner General-Anzeigers über die Veranstaltung