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Dr. Hans-Dieter Heumann, Botschafter und Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt

Prof. James D. Bindenagel, ehemaliger US-Botschafter und Professor am Center for International Security and Governance der Universität Bonn



Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Center for International Security and Governance statt.
Die Bonner Akademie lud am 30. September 2014 unter dem Titel "Euro-Krise, Ukraine-Konflikt, Anti-Europa-Parteien – Europas Handlungsfähigkeit vor neuen Herausforderungen" zu einer Diskussionsveranstaltung ein, welche sich mit der politischen Handlungsfähigkeit Europas auseinandersetzte und rund 120 interessierte Zuhörer in das Bonner Universitätsforum lockte. Hauptredner des Abends war Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt.

Die Begrüßung übernahm Dr. Hans-Dieter Heumann, Botschafter, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik sowie Leiter des BAPP-Forschungsbereichs „Strategische Fragen der Globalisierung: Die Handlungsfähigkeit Europas und Deutschlands“. In seiner Ansprache begrüßte er neben Michael Roth auch Prof. James D. Bindenagel, ehemaliger US-Botschafter, Professor am Center for International Security and Governance der Universität Bonn und Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion. In einer kurzen Einführung von Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, griff dieser das Thema Europa auf, indem er auch innere Spannungen und kulturelle Differenzen ansprach.

Michael Roth betonte zu Beginn seiner Rede die Notwendigkeit, stets an historische Geschehnisse wie den Ersten und den Zweiten Weltkrieg zu erinnern, denn die Europäische Union sei eine „Lehre aus all diesen schrecklichen Ereignissen.“ Er unterstrich zudem, dass die EU in erster Linie eine Wertenation sei, deren Werte – insbesondere Solidarität und Stabilität – es zu beschützen gelte. Nur so könne vermieden werden, dass sie im „knallharten internationalen Wettkampf der Politikmodelle“ überholt würde.

In der folgenden Diskussion wurde insbesondere das europäische Verhältnis zu Russland thematisiert. Auf die Frage eines Studenten, inwieweit das Handeln Russlands nachvollziehbar sei, da die Osterweiterung der NATO als Bedrohung wahrgenommen werden könne, antwortete Prof. Bindenagel klar und deutlich: „Verständnis dafür hin oder her, das heißt nicht, dass es richtig ist, was Putin macht.“ So waren die Diskutanten sich darüber einig, dass die Annexion der Krim ein völkerrechtswidriger Akt gewesen sei. In Sachen Ukraine-Konflikt warf Dr. Heumann, der das Fachgespräch moderierte, die Frage auf, ob und wie Europa bislang ihre Handlungsfähigkeit zeigen konnte. Staatsminister Roth lobte in diesem Zusammenhang die Konsensfindung der EU und die stellte die Diplomatie als einzigen Lösungsweg in den Vordergrund.

Doch Europas Handlungsfähigkeit ist momentan nicht nur nach außen, sondern auch im Innern gefragt. Eine Herausforderung sind dabei die Seperationsbewegungen in Europa. „Dass es noch nicht zu Abspaltungen gekommen ist, haben wir der EU zu verdanken“, lautete die These Roths zu diesem Thema.


Bericht des Bonner General-Anzeigers über die Veranstaltung