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Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Bundesminister a.D. und Ministerpräsident a.D.


Karl Lamers, ehemaliger außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion


Prof. Dr. Frank Decker, Politikwissenschaftler an der Universität Bonn






Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung statt.
 
Im Rahmen der Ringvorlesung „Europas Ende – Europas Anfang“ organisierte das Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie (Prof. Dr. Jürgen Rüttgers / Prof. Dr. Frank Decker) in Kooperation mit der Bonner Akademie und der Konrad-Adenauer-Stiftung am 15. Dezember eine Diskussionsveranstaltung zu dem Thema „‘Ziemlich beste Freunde‘ – Anmerkungen zur Zukunft der deutsch-französischen Freundschaft“.

In seiner Einführung ging Prof. Dr. Jürgen Rüttgers auf die Schwerpunkte der Ringvorlesung ein: Diese beschäftige sich nicht stur und einseitig mit den Vor- oder Nachteilen der EU, sondern setze den Fokus auf sachbezogene Analysen und neue Vorschläge. Für das Thema „Europas Ende – Europas Anfang“ spiele die deutsch-französische Beziehung eine wichtige Rolle, da „Deutschland und Frankreich den ‚Kern des Kerns‘ in Europa darstellen“, so Rüttgers, der damit den Redner Karl Lamers zitierte und das Wort an ihn übergab.

Der ehemalige außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Lamers, befasste sich zunächst mit dem sich voneinander unterscheidenden Selbstverständnis Deutschlands und Frankreichs. Um dieses zu verstehen, müsse man die Geschichte kennen und verstehen, denn das unterschiedliche Selbstverständnis sei auf ein unterschiedliches historisches Gedächtnis zurückzuführen, so die einführenden Worte Lamers. Also ging er im Anschluss auf wichtige geschichtliche Ereignisse der deutsch-französischen Beziehung ein. Trotz der vielen Unterschiede und Konflikte, die er somit aufgezeigt hatte, lautete sein Fazit, dass Deutschland und Frankreich einander brauchen. Angelehnt an den Titel der Veranstaltung ging er auf den erfolgreichen französischen Film „Ziemlich beste Freunde“ ein: „Die beiden Charaktere sind ebenfalls grundverschieden. Dennoch sind sie aufeinander angewiesen. So ist das auch bei Deutschland und Frankreich.“ Das Verhältnis der beiden Staaten sei für den europäischen Einigungsprozess besonders wichtig, da es sich bei ihnen um den „Kern des Kerns Europas“ handle, so Lamers, angelehnt an die Einführung von Prof. Rüttgers. Die Notwendigkeit dieses Einigungsprozesses betonte er nachdrücklich: „Der europäische Einigungsprozess ist nicht etwas, das man tun oder auch lassen kann, sondern etwas das man tun muss.“ Deutschland habe als stärkste europäische Wirtschaftsmacht eine besondere Verantwortung in diesem Prozess, und dürfe sich auf keinen Fall ins „nationalistische Schneckenhaus“ zurückziehen.

Zum Schluss seiner Rede ging Lamers erneut auf das unterschiedliche Selbstverständnis von Deutschland und Frankreich ein. Dieses dürfe kein Hindernis darstellen, es sei wichtig, sich ineinander hineinversetzten zu können und somit einen Perspektivenwechsel herbeizuführen. Und das nicht nur in Bezug auf Frankreich: „Wir müssen auch ein globales Selbstverständnis entwickeln“, so die abschließenden Worte Lamers.