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CISG Colloquium: Ein Neuer Krieg gegen den Terror? Dimensionen der Herausforderung durch den 'Islamischen Staat'












Center for International Security and Governance

 
Seit Wochen bestimmt die Herausforderung durch den 'Islamischen Staat' in Irak und Syrien die internationalen Schlagzeilen. In beiden Ländern sind Hunderttausende auf der Flucht, Tausende wurden vergewaltigt, verwundet und brutal ermordet.  In der nordsyrischen Stadt Kobane droht eine humanitäre Katastrophe, die verschiedene Beobachter bereits heute mit dem Massaker von Srebrenica vergleichen. Weder der verzweifelte Wiederstand der kurdischen Milizen noch die Luftschläge der internationalen Koalition scheinen aktuell im Stande, eine solche zu verhindern. Vor diesem Hintergrund ist die Suche nach wirkungsvollen Ansatzpunkten zur wirksamen Bekämpfung des IS dringlicher denn je. Hierzu wollte ein Fachkolloquium des Center for International Security and Governance am 2. Dezember 2014 einen Beitrag leisten.

Mit Prof. James D. Bindenagel, ehemaligem US-Botschafter und Leiter des CISG diskutierten namhafte Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie ein interessiertes Fachpublikum. Zunächst arbeitete Prof. Bindenagel die Problemlage heraus, die sich aus der Stellung des IS als Terrororganisation mit einer eigenen territorialen Basis für die Region und den Westen ergibt. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Matthias Herdegen, Direktor des Instituts für Völkerrecht an der Universität Bonn, die rechtlichen Rahmenbedingungen einer internationalen Intervention nach Maßgabe der Norm der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect) dar. Petra Becker von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin beschäftigte sich daraufhin mit den Möglichkeiten diplomatischen Krisenmanagements. Als intime Kennerin des Landes, die als Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft selbst 10 Jahre in Damaskus gelebt hat konnte sie zudem Einblicke in die vieldimensionalen Konfliktlagen in Syrien geben. Abschließend stellte General a.D. Egon Ramms die Herausforderungen militärischer Terrorismusbekämpfung dar. Als ehemaliger Kommandeur des Allied Joint Forces Command in Brunssum konnte er dazu auf seine langjährige Erfahrung in und mit Afghanistan zurückgreifen.

Neben den Referenten waren der Einladung des CISG zu diesem ersten Fachkolloquium auch zahlreiche interessierte Gäste aus Wissenschaft un Praxis gefolgt, die mit ihrer Expertise einen wesentlichen Beitrag zu einer intensiven und lösungsorientierten Diskussion leisteten, an deren Ende bei den Teilnehmern vor allem ein besseres Verständnis für die vielschichtigen Anforderungen an eine nachhaltige und erfolgversprechende Lösungsstrategie im Umgang mit dem Islamischen Staat stand.