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Franz-Reinhard Habbel, Sprecher und Direktor für politische Grundsatzfragen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB)



Michael Lobeck (r.), freiberuflicher Berater für Stadtentwicklungsprozesse und Mitarbeiter des Geographischen Instituts der Universität Bonn, sowie Sascha Foerster (l.), digital-regionaler Sammler und Wissenschaftsblogger



Simone Stein-Lücke (r.), Initiatorin und Gründerin von BG3000, der IT-Modellregion Bad Godesberg









Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Forum Internationale Wissenschaft und der Stadt Bonn statt.

 
Im Rahmen der BMBF-Wissenschaftsjahre „Digitale Gesellschaft“ (2014) und „Zukunftsstadt“ (2015) veranstaltete die Bonner Akademie am 3. Dezember in Kooperation mit dem Forum Internationale Wissenschaft und der Stadt Bonn ein Expertengespräch zu den vielfältigen Facetten einer digital vernetzten ‚Zukunftsstadt‘.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Bettina Schlüter, Leiterin der Abteilung Digitale Gesellschaft des Forums Internationale Wissenschaft Bonn, übernahm Franz-Reinhard Habbel, Sprecher und Direktor für politische Grundsatzfragen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) die Rolle des Keynote Speaker. Habbel erklärte das Prinzip „Smart City“, welches sich durch die starke digitale Vernetzung innerhalb einer Stadt und die Integration intelligenter Systeme in die städtische Infrastruktur auszeichnet. Deutschen Städten fehle es dazu an Vertrauen, Risikobereitschaft und Innovationskraft, kritisierte Habbel. Bei der Entwicklung zu einer ‚Smart City‘ sei es vor allem wichtig, nicht nur die Politik, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft in den Prozess miteinzubeziehen.

Neben Franz-Reinhard Habbel nahmen Michael Lobeck, freiberuflicher Berater für Stadtentwicklungsprozesse und Mitarbeiter des Geographischen Instituts der Universität Bonn, Simone Stein-Lücke, Initiatorin und Gründerin der IT-Modellregion Bad Godesberg „BG3000“, und der Wissenschaftsblogger Sascha Foerster an dem anschließenden Expertengespräch teil. Die Moderation übernahm Björn Müller-Bohlen, Geschäftsführer des Ressorts Strategische Partnerschaften des Forums Internationale Wissenschaft Bonn.

Franz-Reinhard Habbel knüpfte an seinen Vortrag an und forderte mehr Vernetzung in den Städten. Auch Michael Lobeck bezog sich auf die Einführung Habbels und erklärte sein Verständnis von ‚Smart City‘: „Es bedeutet für mich, dass Technologien eingesetzt werden, um stadtentwicklungspolitische Ziele zu erreichen. Es reicht nicht, dass einfach nur alle ein Smartphone haben.“ Darüber hinaus berichtete er über das Smart-City-Projekt „T-City Friedrichshafen“, dass die Deutsche Telekom gemeinsam mit der Stadt Friedrichshafen umsetzte und bei welchem er von 2002 bis 2006 die Begleitforschung leitete. Das Ziel des Projektes lautete, durch möglichst viele technische Innovationen den Lebensstandard der Bewohner zu erhöhen. Simone Stein-Lücke klagte über „Bauchschmerzen“ bei dem Gedanken daran, wie wenig technisches Potential in deutschen Städten genutzt wird. Als Initiatorin und Gründerin von BG3000, der IT-Modellregion Bad Godesberg, habe sie sich vorgenommen, ebendies zu ändern. Sie lobte darüber hinaus die Arbeit von Sascha Foerster, der einen Blog-Aggregator geschaffen hat, auf dem rund 400 Blogs aus Bonn gesammelt werden. Der Wissenschaftsblogger berichtete davon, mit einigen der Bloggern persönlich in Kontakt zu stehen und viele regionale Neuigkeiten aus den unterschiedlichen Blogs zu erhalten. Eine völlig neue Art von Vernetzung also, das schätzten auch die anderen Experten.

Nachdem vonseiten des Podiums die Weiterentwicklung von Technologien befürwortet oder gar gefordert wurde, stießen die Fragen aus dem Publikum eher kritische Töne an: Die Sicherheit der eigenen Daten sei immer mehr gefährdet, so der Vorwurf eines Gastes. Mit dieser Angst stehe er nicht alleine, bestätige Michael Lobeck, der auf einen Umfragewert verwies: „54 % der Deutschen haben Angst, dass bei fortschreitenden Technologien Daten verletzt werden.“ Vertrauen wiederherzustellen stelle daher eine große Herausforderung dar, so die abschließenden Worte Franz-Reinhard Habbels.