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Roundtable-Diskussion zur Energiewende
Die Bonner Akademie veranstaltete in Kooperation mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) am 10. September in Berlin eine Roundtable-Diskussion zum Thema „Die deutsche Energiewende in internationaler Dimension“.
Namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Umweltverbänden diskutierten über das Problem der Versorgungssicherheit, mögliche Konsequenzen für die deutsche Energiewirtschaft, innovative Energiekonzepte und über außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen, die aus der Energiewende resultieren.


Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, stellte die Energiewende als zukunftsweisendes Projekt dar, das die Weichen für die deutsche Energiepolitik der kommenden Jahrzehnte stellen wird. Das Projekt
Bodo Hombach und Botschafter Dr. Hans-Dieter Heumann 
„Energiewende“ begriff er trotz der gesellschaftlichen Polarisierung sowie mancher Stillstände und Rückschritte als große Chance. Denn oft dienten fragile und flexible Entwicklungen als Motor für eine nachhaltige Entwicklung. Guido Scharrenbroich, Studienleiter der BAKS, erinnerte daran, dass Fracking in Form von Sandsteinbohrungen in Deutschland bereits in den 1960er Jahren betrieben wurde. Zwangsläufig habe ein derart großes Projekt wie die Energiewende mit Krisen und Rückschritten zu kämpfen.
Prof. Dr. Diethard Mager, Michael Krons und  Michaela Spaeth (v. l. n. r.)
In der anschließenden Diskussion betonte der Moderator Michael Krons, leitender Redakteur beim Fernsehsender Phoenix, man müsse nach einer gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz der Energiewende streben. Prof. Dr. Diethard Mager, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, verwies auf die Wichtigkeit der Versorgungssicherheit. Zudem prognostizierte er, dass die Strompreis-Diskussion an sozialpolitischer Bedeutung zunehmen werde und Fracking nicht als Lösung der Energiewende, sondern lediglich als Übergangshilfe in Betracht gezogen werden solle. In Bezug auf energieeffiziente Technologien sieht Mager die Bundesrepublik Deutschland auf einem guten Weg. Michaela Spaeth, Mitarbeiterin im Referat „Internationale Energiepolitik“ des Auswärtigen Amts, appellierte, die Energiewende aus internationaler Perspektive zu betrachten und den Blick nicht nur auf Deutschland zu beschränken. 

Philipp Mißfelder, Außenpolitischer Sprecher der CSU/CSU-Bundestagsfraktion, und Dr. Harald Klimenta, Experte für Umweltschutz und Aktivist bei Attac
Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion richtete in seinem Vortrag den Fokus auf die immense außen- und sicherheitspolitische Bedeutung der Energiewende. So müsse man sich mittel- und langfristig um energiepolitische Partnerschaften, zum Beispiel mit osteuropäischen Nachbarstaaten, bemühen, damit Versorgungssicherheit sichergestellt werden könne. Gleichzeitig müssten die Transportsicherung und Effizienzsteigerung gewährleisten werden.





Dr. Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender von ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, wies auf die Notwendigkeit hin, keine Möglichkeit der Energiegewinnung auszuschließen. Dies bedeute, dass alle Energieerzeugungsarten ebenso mit Blick auf ihre ökologische Vertretbarkeit, als auch auf ihre ökonomische Sinnhaftigkeit beurteilt und dementsprechend eingesetzt werden sollten. Diese sachlichen Prüfungskriterien
Dr. Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender bei ExxonMobil Central Europe Holding GmbH
sollten ebenfalls bei der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe, einschließlich der Gasgewinnung durch „Fracking“ angelegt werden. Auch Christoph Weber, Professor für Energiewirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, vertrat die Ansicht, dass zum Gelingen der Energiewende keine Technologie von vornherein ausgeschlossen werden sollte. Vielmehr müssten im Sinne einer Brückentechnologie möglichst viele Möglichkeiten zur Energiegewinnung miteinbezogen werden. Dr. Harald Klimenta, Experte für Umweltschutz und Aktivist bei Attac, stellte den Klimaschutz in den Vordergrund. Er gab zu Bedenken, dass die Energiewende als globales und nicht nur nationalstaatliches Projekt verstanden werden müsse, damit die Erderwärmung gestoppt und wichtige Klimaschutzziele erreicht werden könnten.