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Friedrich Merz
 
Über den Wandel des deutsch-amerikanischen Verhältnisses im Angesicht neuer ökonomischer und ökologischer Herausforderungen diskutierte eine hochkarätige Expertenrunde am 22. Januar in der Bonner Akademie. Neben dem Hauptredner Friedrich Merz, Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V., diskutierten die Direktorin des Amerika Hauses e.V. Nordrhein-Westfalen, Tina Höfinghoff, und Prof. Dr. Thomas Jäger von der Universität zu Köln. Nach einer thematischen Einführung durch BAPP-Präsident Bodo Hombach, führte Dr. Hildegard Stausberg die rund 150 Teilnehmer durch die anschließende Diskussion.

Friedrich Merz: Appell für einen europäischen Konsens

Das deutsch-amerikanische Verhältnis befinde sich seit vier Jahren in einer Phase der Neuorientierung, da die Schuldenkrise Amerika und Europa vereine, so Merz. Jedoch drohe die Gefahr einer Abwendung Amerikas von Europa: „Amerika nimmt uns umso ernster, je einiger wir in Europa sind“, appellierte Merz in Bezug auf die aktuelle Krise der Europäischen Union.


Friedrich Merz während seines Vortrags
Mit Eintreten der Volksrepublik China in das globale Gefüge, habe sich ein dritter großer Spieler etabliert. „Nixon wurde von Mao als wichtigster Mann der Welt empfangen“, als Obama im Jahre 2009 in China zu Besuch war „kam der größte Schuldner zum größten Gläubiger“, veranschaulichte Merz die gestiegene Bedeutung der Volksrepublik China.
 
Der religiöse Fundamentalismus sei eine der größten Bedrohungen für die internationale Ordnung, so Merz. Ein transatlantischer Konsens dürfte bei wichtigen Sachfragen nicht durch nationalstaatliche Präferenzlagen verhindert werden. Merz appellierte an die Europäische Union, eine gemeinsame globale Politik zu gestalten, da sich die USA ansonsten neue Koalitionspartner suchen würden.



Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion
 
Tina Höfinghoff:  Interkulturellen Austausch stärken

Für einen wechselseitigen Diskurs zwischen deutscher und amerikanischer Perspektive setzte sich Tina Höfinghoff, die Direktorin des Amerika Hauses Nordrhein-Westfalen, ein.
Ein umstrittenes Thema, wie beispielsweise die US-Gesundheitsreform, dürfe nicht ausschließlich mit einer „deutschen Brille“beurteilt werden.
 
In Deutschland habe sich im Zuge der Obama-Euphorie eine große Erwartungshaltung gebildet. Man müsse jedoch stets beachten, dass der Handlungsspielraum von Obama im Kontext der innenpolitischen Lage bewertet werden muss, betonte Höfinghoff. Sie befürchte einen fortdauernden Stillstand im US-Repräsentantenhaus. Es wurden zwar erste Gesetze beschlossen, deren Umsetzung sei jedoch nach wie vor fraglich.



Dr. Hildegard Stausberg und Prof. Dr. Thomas Jäger
Prof. Dr. Thomas Jäger: Austausch von Praxis und Wissenschaft stärken

Prof. Dr. Thomas Jäger setzte sich für eine stärkere Verzahnung von Wissenschaft und Politik ein. Er bemängelte eine „unterentwickelte Debattenkultur“ in Deutschland,  obwohl es gute und kritische Beiträge auch in der Wissenschaft gebe, wovon auch die bilateralen Beziehungen profitieren könnten. 
Mit großer Hoffnung begegnet Prof. Jäger der zweiten Amtszeit von Präsident Obama:  „Ich hoffe, dass Politik mit Reichweite jetzt kommt.“ Eine ganze Reihe von Entscheidungen, die bisher nicht möglich gewesen seien, könnten in den nächsten vier Jahren gelöst werden, unterstrich Jäger.



Friedrich Merz und Dr. Hildegard Stausberg
 
Friedrich Merz: Dialogbereitschaft zwischen Deutschland und Amerika intensivieren

Eine konkrete Handlungsaufforderung verband Merz mit dem politischen Programm von Präsident Obama.
Besonders die Reform des Einwanderungsrechts und die geforderte Unabhängigkeit von ausländischem Öl beträfen Deutschland unmittelbar, denn die zunehmende Reindustrialisierung, könne den Export der Bundesrepublik hemmen.  Es sei notwendig „die Dialogbereitschaft zwischen Deutschland und Amerika zu intensivieren, wenn wir die Wertegemeinschaft ernst meinen“, betonte Merz.

Und unter diesen Links finden Sie die Presseberichte des Bonner General-Anzeigers und der Bild-Zeitung.