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Jürgen Gerdes, Mitglied des Vorstands der Deutschen Post DHL
Ermöglicht das Internet grenzenlose Freiheit oder stellt es eine Bedrohung für die Gesellschaft dar?

Über die Chancen und Risiken der Neuen Medien im 21. Jahrhundert diskutierte am 25. Oktober im Bonner Posttower eine Expertenrunde mit hochkarätigen Gästen - Hauptredner war Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG.

Jürgen Gerdes: Das Internet als große Chancen begreifen     

"Wir begreifen das Internet als große Chance", eröffnete Jürgen Gerdes, Mitglied des Vorstands der Deutschen Post DHL, die Veranstaltung, zu der circa 200 interessierte Gäste aus Wissenschaft, Politik, Medien und Wirtschaft erschienen waren. Von Logistik-, über Transport- bis hin zu Kommunikationsnetzwerken - Netzwerke seien der Deutschen Post in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen vertraut. Das Internet als neues Kommunikationsmittel würde man daher positiv bewerten.

 

Links: Bodo Hombach


Dr. Mathias Döpfner
Bodo Hombach: Ein Freiheitsversprechen, das geprüft werden muss

Was wirklich hinter dem Freiheitsversprechen des Internets stecke - dieser Frage müsse tiefgehend nachgegangen werden.

In der Politik würde das Thema noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. "Die Digitalisierung muss auf die Tagesordnung geholt werden", so Hombach in seinem Vortrag.

Zwar sieht er der Entwicklung des "jungen und ungestümen Mediums" grundsätzlich positiv entgegen, doch weist er auch auf die Gefahren hin, die entstehen, wenn eine intensive Auseinandersetzung mit dem Internet ausbleibt:
Döpfner mit Publikum

Shitstorms, Treibjagden, unkontrollierte Informationsfluten, die Verschwimmung von privaten und öffentlichen Raum, das Aufeinanderprallen von verschiedenen Kulturen - Es sei höchste Zeit für die Medienpolitik, sich diesen Phänomenen endlich zu stellen und über Regeln nachzudenken.

 
Dr. Mathias Döpfner
Dr. Mathias Döpfner: Die Frei- und Unfreiheit des Netzes liegt in den Händen des Individuums

Ob das Internet die Freiheit nun befördere oder begrenze, darauf gebe es keine klare Antwort. Das Internet hat Döpfner zufolge keine Persönlichkeit, der man spezifische Charakteristika wie "gut" und "böse" zuordnen könne.

"Es ist ein absolut neutrales Instrument", unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG. Insofern hänge es von dem Nutzungsverhalten der jeweiligen Individuums ab, ob das Internet frei oder unfrei sei.

Wie Hombach sei auch er kein Kulturpessimist und halte nicht von "Hysterien" wie der aktuell viel diskutierten digitalen Demenz.

Gefahren und Probleme sieht Döpfner allerdings im Missbrauch des Internets durch Staaten wie China und Iran, der völligen Offenlegung der Privatsphäre in sozialen Netzwerken wie Facebook und der vorurteilsverstärkenden Wirkung von Suchmaschinen wie google. "In den falschen Händen schränkt das Internet die Freiheit ein", resümierte Döpfner.

 

rechts: Professor Dr. Hartmut Ihne


Dr. Mathias Döpfner
Professor Dr. Hartmut Ihne: "Ich glaube an ein Enlightment 2.0"

Die Hochschulen hätten sich durch das Internet zu gespaltenen Gesellschaften entwickelt, unterstrich Professor Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Vom Netz-Aversen bis zum Netz-Praktiker - der unterschiedliche Umgang mit dem Internet innerhalb der Professoren- und Studentenschaft würde die Kommunikation teilweise schwierig gestalten.
Der Politikwissenschaftler näherte sich dem Thema von einer philosophischen Perspketive. Mit dem Begriff des Instruments sei das Internet nicht ausreichend beschrieben: "Ich glaube an ein Enlightment 2.0", hob Ihne hervor.

Das Internet treibe nicht nur die Globalisierung an und erhöhe die weltweite Kommunikation, es verändere den Sinn.















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