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Bodo Hombach, Hans-Dietrich Genscher und Sigmar Gabriel (von links) bei der Bonner Lecture
 
Welche Wege führen aus der Euro-Krise und wie kann das Vertrauen in Europa wieder gestärkt werden?

Die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise, die Zukunft Europas und Lösungsansätze für einen Ausweg aus der Krise erörterte am 5. November eine Expertenrunde der Bonner Akademie.

Sigmar Gabriel, SPD-Bundesvorsitzender, hielt einen Vortrag zum Thema; danach diskutierte er mit Hans-Dietrich Genscher, Bundesminister a.D., und Professor Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn, unter der Leitung von Andreas Tyrock, Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers. Im Folgenden finden Sie einige zentrale Aussagen der Diskussionsteilnehmer wieder.




Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident a.D. und Heinz Berenbrok, Mitglied der Gechäftsleitung der Deutschen Bank (von rechts) zu Gast bei der Bonner Lecture
Bodo Hombach: Projekt Europa ist größtes Erfolgserlebnis in unserer Geschichte

"Europa ist das größte Erfolgserlebnis in unserer Geschichte", eröffnete Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, die Veranstaltung. Ein Rauscherlebnis sei Europa zwar nie gewesen, aber das höchste Ziel habe man erreicht: Frieden.
Die aktuelle Krise erfordere charakterstarke Entscheidungsträger, die sich nicht nur um die "technischen Mängel" bemühen würden. Identitätsstiftende Maßnahmen müssten endlich in den Vordergrund gerückt werden.

Die ausführliche Einschätzung von Bodo Hombach können Sie hier nachlesen.
 
Professor Dr. Jürgen Fohrmann
 
Professor Dr. Jürgen Fohrmann: Für die Jugend ist ein gemeinsames Europa selbstverständlich

"Für die Jugend ist Europa eine Selbstverständlichkeit", knüpfte Professor Dr. Jürgen Fohrmann an die Worte Hombachs an. So können sie heute ganz selbstverständlich alle Länder Europas bereisen, dafür müsse nicht mehr gekämpft werden.

Professor Fohrmann untermauerte Hombachs These, nach der das Bewusstsein "zu einer europäischen Familie zu gehören" immer noch schwach ausgeprägt sei. Dass Europa in der aktuellen Krise vielerorts als zerstörerischer und nicht als verbindender Faktor wahrgenommen würde, sei höchst bedenklich.



Bodo Hombachr und Sigmar Gabriel (von links)
 
Sigmar Gabriel: "Fatalismusüberschuss" gefährdet Weiterentwicklung Europas

Sigmar Gabriel zufolge könne ein "Fatalismusüberschuss" die demokratische Weiterentwicklung Europas gefährden. Deshalb müsse die EU auch dort verteidigt werden, wo sie unpopulär sei. Die europakritischen Bemerkungen des bayerischen Finanzministers würden dieser Zielsetzung entgegenwirken: "Helmut Kohl hätte sich über einen so unfreundlichen Umgang mit Griechenland geärgert", so der SPD-Vorsitzende.

Um Europa an allen Rändern abzusichern, dürfe keine reine Reduktion der Euro-Krise auf das Märkte-Problem stattfinden. Stattdessen solle sich die Politik auf eine Stärkung der Solidarität und Gemeinschaft fokussieren. Nur so könne ein Ausweg aus der Euro-Krise gefunden werden.



Hans-Dietrich Genscher, Andreas Tyrock, Sigmar Gabriel und Professor Dr. Jügen Fohrmann (von links)
 
Hans-Dietrich Genscher: EU-Kultur nicht durch Neid-Gefühle zerstören lassen

Nach Hans-Dietrich Genscher liegt die Weltfinanzkrise nicht in Europa als solches, sondern in den europäischen Einzelstaaten begründet. In der jetztigen Krise müsse Europa zusammenhalten: "Wieso freuen sich die europäischen Bürger nicht darüber, dass sie bei den Olympischen Spielen mehr Goldmedaillen geholt haben, als die USA und China zusammen?" fragte der erfahrene Europapolitiker in die Runde.

Entscheidend sei, gemeinsam als Europäer aufzutreten und nicht zuzulassen, dass die wundervolle EU-Kultur durch Neid-Gefühle zerstört werde. Jede Nation habe es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.


Die Thesen des kurzfristig verhinderten Professor Dr. Klaus Gretschmann, ehemaliger Generalsekretär im Ministerrat der Europäischen Union, finden Sie hier.


Und unter diesen Links finden Sie die Presseberichte des Bonner General-Anzeigers und der Bildzeitung.