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Dr. Joachim Bertsch, Manager bei EWI Energy Research & Scenarios gGmbH




Marco Franz, Amprion GmbH




Dr. Sven Serong, stellvertretender Leiter der Abteilung Netzausbau bei der Bundesnetzagentur




Dr. Nils Bornemann, GKN Sinter Metals Engingeering GmbH




Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops




Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg durchgeführt
 
Die deutsche Energiewende ist ein wirtschafts- und energiepolitisches Jahrhundertprojekt. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Weiterentwicklung des Strommarktes und dem Gesetz zur Digitalisierung des Netzes hat die Bundesregierung Weichenstellungen vorgenommen, um das Großprojekt Energiewende in eine neue Phase zu führen. Diesem wichtigen Zukunftsthema widmen sich die Bonner Akademie und die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg im Rahmen einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Infrastruktur für das 21. Jahrhundert".

In seiner Begrüßung sprach Prof. Dr. Stephan Wimmers, Geschäftsführer für Industrie, Handel und Raumplanung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, von dem außerordentlich bedeutenden Thema des Workshops, das von der Industrie- und Handelskammer erstmals vor sechs Jahren behandelt worden sei.

Während des ersten Vortrages erklärte Dr. Joachim Bertsch, Manager bei EWI Energy Research & Scenarios gGmbH, dass der Ausbau von Energienetzen auf der einen und Energiespeichern auf der anderen Seite nicht zu hundert Prozent den Ausbau der jeweils anderen Seite kompensieren könne. Insbesondere die weitere Entwicklung der Netze hält er für zwingend erforderlich. In der anschließenden Diskussion merkte Dr. Bertsch an, die idealen Rahmenbedingungen für den Energiewettbewerb und den Ausbau der Infrastruktur seien momentan nicht gegeben, ein einheitlicher Energiepreis scheine aber der politische Wille zu sein.

Marco Franz von der Amprion GmbH, erinnerte an die Weichenstellung, welche die Europäische Energiegemeinschaft durchgeführt habe. Der Ausbau der Netze, so Franz, sei eine europäische Aufgabe, die in supranationaler Zusammenarbeit anzugehen sei. Erneuerbare Energien böten eine Alternative, könnten den Bedarf aber nicht vollständig decken. Man müsse erfolgreich den innerdeutschen Netzausbau und die europäische Kooperation koordinieren. Sein Kollege Andreas Rademachers ergänzte, eine für alle Verwaltungsebenen gültige politische Entscheidung sei wünschenswert.

Dr. Sven Serong, stellvertretender Leiter der Abteilung Netzausbau bei der Bundesnetzagentur, merkte an, dass die notwendige Technik für einen nachhaltigen Ausbau des deutschen Energienetzes erst Marktreife erlangen müsse. Der Verbrauchertrend werde laut Prognosen bis 2030 nur leicht steigen, weswegen konkrete Planungsschritte möglich seien. Das öffentliche Bewusstsein und auch der öffentliche Widerstand, was den überirdischen Netzausbau angehe, seien sehr ausgeprägt, die Toleranz sei hingegen sehr gering. Die Kritiker würden jedoch außer Acht lassen, dass unterirdische Kabel drei- bis sechsmal so teuer seien wie überirdische.

Abschließend referierte Dr. Nils Bornemann von der GKN Sinter Metals Engingeering GmbH über die verschiedenen Arten von Energiespeichern und betonte, ein Ausbau der Speichermöglichkeiten sei zur Entlastung der Netze und zur Garantie der Versorgungssicherheit notwendig. Gleichzeitig müsse man bei der Energiespeicherung beachten, dass die Speicher flexibel sein müssten, um für alle Arten der Nutzenergie tauglich zu sein.