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Begrüßte die Gäste: Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie



Barbara Wesel präsentierte die Quintessenzen der einzelnen Beiträge des Sammelbands



Dr. Edmund Stoiber betonte die bedeutenden Errungenschaften der EU, wie z.B. den Europäischen Binnenmarkt



Prof. Bodo Hombach im Gespräch mit Alexander Graf Lambsdorff (l.)



Warnte vor einem weiteren Aufschwung der rechtspopulistischen Parteien in Europa: Elmar Brok



Auf dem Podium wurden verschiedene Aspekte des Buches diskutiert



Die Gäste während der Buchvorstellung von Barbara Wesel



Cover des Buches "Europa in der Krise - Vom Traum zum Feindbild?"


Fotos: Volker Lannert
Am 2. Februar 2017 lud die Bonner Akademie zur Vorstellung des neuen Buches "Europa in der Krise – Vom Traum zum Feindbild?", das Präsident Prof. Bodo Hombach zusammen mit Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident a.D., herausgegeben hat. Zur Präsentation des Buches und zur Moderation der anschließenden Podiumsdiskussion konnte Barbara Wesel, Brüssel-Korrespondentin der Deutschen Welle, gewonnen werden. An der Diskussion nahmen neben den beiden Herausgebern Alexander Graf Lambsdorff, MdEP und Vizepräsident des Europäischen Parlaments, und Elmar Brok, MdEP und ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, teil.

In seiner Begrüßung umschrieb Prof. Bodo Hombach die mythische Gründungsgeschichte Europas, in der der griechische Gott Zeus die Jungfrau Europa entführte. Seit dem Beginn seiner Geschichte sei der europäische Kontinent durch zahlreiche Konflikte und Krisen geprägt gewesen, bis die Gründung der Europäischen Union – das "politisch bedeutendste Projekt der Zivilisationsgeschichte" – dauerhaften Frieden und Stabilität mit sich gebracht habe, so Prof. Hombach. Durch mehrere unterschiedlich gelagerte Konflikte sei die Einigkeit innerhalb der Union allerdings zunehmend gefährdet. Das von Dr. Stoiber und ihm herausgegebene Buch, das "randvoll mit wichtigen Stimmen und trefflichen Analysen" sei, befasse sich mit den vielfältigen Problemen sowie mit der Frage, wie man die EU wieder vom im Titel erwähnten Feindbild zum "Traum Europa" machen könne.

Im Anschluss stellte Barbara Wesel den Inhalt des neuerschienenen Buches vor und präsentierte die Quintessenzen der einzelnen Beiträge. Während Prof. Hombach und Dr. Stoiber vor einer "Erosion der EU" und den erstarkenden "Feinden Europas" warnen und Rolf-Dieter Krause und Martin Winter beklagen, dass den europäischen Bürgern "zu schnell zu viel Europa zugemutet" worden sei, behalten andere Autoren den europäischen Traum fest im Blick. So unterstreicht Prof. Manfred Güllner die auch nach dem Brexit anhaltende Zustimmung zum Europäischen Einigungsprojekt in weiten Schichten der Bevölkerung, analysiert Dr. Sascha Lehnartz die Funktionalität des deutsch-französischen Motors als Antriebskraft des europäischen Projektes und befürworten mehrere Autoren eine Entbürokratisierung zur Stärkung der EU.

Dr. Edmund Stoiber betonte in der folgenden Podiumsdiskussion die bedeutenden Errungenschaften der Europäischen Union und verwies auf den Europäischen Binnenmarkt, den weltweit größten und stärksten Markt, als Beispiel für ein erfolgreiches europäisches Projekt. Aus seiner Sicht müsse die EU zu mehr Selbstständigkeit gelangen, die sich beispielsweise auch im Bereich der Verteidigung zeigen müsse. Unter anderem daraus könne Europa einen neuen Einigkeitsimpuls gewinnen, resümierte Dr. Stoiber und unterstrich abschließend, dass die Union wieder zu mehr Gemeinsamkeit in großen Dingen finden müsse, statt sich in politischer Kleinlichkeit zu verlieren. Mit Blick auf die neue US-Administration erwarte er interessante Zeiten, insbesondere was das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der EU betrifft.

Barbara Wesel warf die Frage ein, ob sich die Krise Europas mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten möglicherweise noch verschärft habe. Zu Recht, so Alexander Graf Lambsdorff, habe der EU-Ratspräsident Donald Tusk in einem offenen Brief vor den "alten europäischen Gespenstern Nationalismus und Protektionismus" gewarnt und die Bürger Europas zur Einigkeit aufgerufen. Die Freiheit Europas liege schließlich in der Gemeinschaft, so die einhellige Meinung sowohl von Tusk als auch von Graf Lambsdorff.

Elmar Brok schloss daran an und betonte, dass in der multipolaren Welt heutzutage nur ein einiges und starkes Europa ein "Global Player" sei, und man sich nicht durch Konflikte der Mitgliedsstaaten und nationalistischen Protektionismus entzweien sowie seiner außenpolitischen Bedeutung berauben lassen dürfe. In diesem Zusammenhang warnte er insbesondere vor den rechtspopulistischen Parteien in Europa und verwies auf die große Bedeutung der im Jahr 2017 anstehenden Wahlen in verschiedenen größeren EU-Mitgliedsstaaten.


Berichterstattung in der Presse:

General-Anzeiger Bonn
Interview in der BILD-Zeitung



Das Buch ist im Buchhandel erhältlich sowie auf der Seite des Tectum Verlags bestellbar.