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Hielt die Begrüßungsrede: Dr. Willi Hausmann, Vorstand des Vereins für Forschung und Lehre praktischer Politik




Der Oberbürgermeister beleuchtete in seiner Rede Herausforderungen, Chancen und Perspektiven für Bonn




Annette Storsberg (l.), Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, im Gespräch mit Moderator Dr. Helge Matthiesen (r.), Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers




Dr. Günter Winands (r.), Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien




Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt (l.), Professor für Stadt- und Regionalgeographie an der Universität Bonn




Auf dem Podium wurde intensiv die Frage diskutiert, wie sich Bonn am besten für die Zukunft aufstellen sollte




Die Diskussionsveranstaltung über die Heimatstadt stieß beim Bonner Publikum auf großes Interesse


Fotos: Volker Lannert


 
Am 19. Oktober 2017 diskutierte der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan gemeinsam mit Annette Storsberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt, Professor für Stadt- und Regionalgeographie an der Universität Bonn, und Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, über das Thema "Beethoven – und dann? Zukunftsperspektiven der Bundesstadt Bonn". Die Moderation des Abends übernahm Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers.

Die einführenden Worte hielt Dr. Willi Hausmann, Vorstand des Vereins für Forschung und Lehre praktischer Politik, der die Gäste zu einem "Abend im Zeichen unserer Stadt" begrüßte. "Wo einst das Herz der Bundesrepublik schlug", werde das Bonner Stadtbild heutzutage von internationalen Einrichtungen wie der UN oder der Deutschen Welle geprägt, so Dr. Hausmann, der somit den enormen Wandel der Stadt und die gleichsam gewonnene internationale Bedeutung thematisierte. Die Frage nach den Zukunftsperspektiven, die sich der Bundesstadt durch bestehende und noch zu schaffende Potenziale böten, sei zentral für die Diskussion an diesem Abend.
 
Zu Beginn seiner Rede gliederte Oberbürgermeister Ashok Sridharan diese in vier Oberthemen: Beethoven, Internationalität, die Debatte um das Bonn-Berlin-Gesetz und die Wirtschaftslage. Seinen ersten Punkt leitete er mit den Worten "Bonn ist Beethoven – aber nicht nur" ein, und machte damit gleichzeitig auf die Bedeutung des Komponisten für Bonn und auf die Vielfältigkeit der Stadt aufmerksam. Zum Punkt Internationalität sprach er den Status Bonns als UN-Stadt an, wobei insbesondere der Weltklimagipfel im November die Bundesstadt verstärkt in einen internationalen Blickwinkel rücken wird. Herausforderung bei der Bonn-Berlin-Debatte sei es, sowohl die Effizienz der Regierungsarbeit zu gewährleisten als auch den Status Bonns als zweites bundespolitisches Zentrum beizubehalten, so der Oberbürgermeister. Zu seinem letzten Punkt, der Wirtschaftslage Bonns, führte Sridharan eine Studie an, die Bonn, neben Köln und Düsseldorf, als wirtschaftliches Rückgrat Nordrhein-Westfalens bezeichnete. Das Stadtoberhaupt schloss seine Rede mit einem Resümee: Ihm sei nicht bange um die Zukunft der Stadt, allerdings müsse man sich dem Wettbewerb mit anderen Städten stellen und dürfe sich nicht auf dem Status quo ausruhen.
 
Die anschließende Diskussion eröffnete Dr. Helge Matthiesen mit der Frage, wie sich Bonn als eine erfolgreiche Marke etablieren ließe. Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt sprach an, dass eine "gemeinsame Linie" in der Bonner Stadtgesellschaft nicht hinreichend verankert sei. Es fehle der Stadt an einem Leitbild. Beethoven alleine sei hierfür zu wenig, da er längst nicht für alle Bonner einen Identifikationsfaktor darstelle. Annette Storsberg antwortete darauf, dass an der öffentlichen Wahrnehmung Beethovens gearbeitet werden müsse. Neben Beethoven habe die Stadt allerdings "unfassbar viele Anknüpfungspunkte", sei es die Universität, der Status als Wissenschaftsstadt oder die Internationalität. Deswegen gestalte sich die Suche nach nur einem Leitbild schwierig. Dr. Günter Winands sprach von dem reichen Kulturschatz Bonns, dem man sich jahrelang nicht bewusst gewesen sei. Um nur einige von vielen Beispielen aufzuführen, nannte er hier die Bundeskunsthalle, das Haus der Geschichte und das Haus der Kultur. Ziel müsse es sein, so Dr. Winands, die kulturellen Schätze der Stadt mehr zu fördern und durch das Beethoven-Jubiläum im Jahr 2020 wieder weiter in den Vordergrund zu rücken. Ashok Sridharan fügte hinzu, dass Bonn international bislang kaum als UN-Standort wahrgenommen werden würde – auch dies gelte es zu ändern. Wie man dieses Ziel erreichen könne, habe der Stadtrat gemeinsam mit der Universität und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen zu diskutieren. Darauf entgegnete Prof. Wiegandt, dass man insbesondere die Stadtgesellschaft in die Diskussion miteinbeziehen müsse, denn ein Leitbild lasse sich nicht "von oben verordnen".
 
Die Diskutanten waren sich darin einig, dass man sich zum Ziel setzen müsse, die Potenziale der Stadt – insbesondere in Kultur, Forschung und Internationalität – durch gezieltes Marketing weiter hervorzuheben und somit stärker in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.


Hier finden Sie den Veranstaltungsbericht des Bonner General-Anzeigers