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Prof. Dr. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn, hörte im Anschluss an seine Eröffnungsrede aufmerksam den Diskutanten auf dem Podium zu.



Dr. Gerd Müller skizzierte in seiner Rede drängende entwicklungspolitische Herausforderungen.



Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.



Prof. Jakob Rhyner, Vizerektor der Universität der Vereinten Nationen in Europa.



Blick auf das Podium: Prof. Jakob Rhyner, Moderatorin Ute Lange, Dr. Gerd Müller und Bärbel Dieckmann (v.l.n.r.).



Das außerordentliche Interesse an der Veranstaltung sorgte für volle Reihen im Festsaal der Universität Bonn.


Fotos: Volker Lannert

 
Großes Interesse brachten die Studierenden der Universität Bonn sowie die allgemeine Öffentlichkeit den Ausführungen des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, am 3. Mai 2017, im Festsaal der Universität Bonn entgegen. Der Entwicklungsminister zeigte die weltweit alarmierenden Trends in den Bereichen Bevölkerungswachstum, Energie-, Wasser-, und Nahrungsmittelversorgung, Klimawandel und CO2-Ausstoß auf und betonte die Verantwortung westlicher Industrienationen, diesen Herausforderungen mit nachhaltigen Lösungen zu begegnen. Entsprechende Wege und Möglichkeiten diskutierte der Urheber des neuen Marschallplanes mit Afrika im Anschluss mit Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, und Prof. Jakob Rhyner, Vizerektor der Universität der Vereinten Nationen in Europa. Moderiert wurde die Runde von Ute Lange.
 
Prof. Dr. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn, eröffnete die Veranstaltung mit zwei Plädoyers: Für eine freie Wissenschaft und für Bonn als Welthauptstadt der Nachhaltigkeit. Hoch erklärte, dass die Universität Bonn mit dem ‚March for Science‘ erst vor wenigen Tagen ein Zeichen gegen ‚Fake News’ und populistische Parolen gesetzt habe und derzeit zusammen mit der Universität der Vereinten Nationen an der Etablierung eines Bonn Zentrums für Nachhaltigkeitsforschung arbeite.
 
Die Frage im Titel der Veranstaltung „Auf dem Weg in eine bessere Welt?“ beantwortete Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller in seiner anschließenden Rede mit einem „Ja, aber!“. 2050 werden ca. 9,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben, der Bedarf an Wasser, Energie und Lebensmitteln wird massiv angestiegen und der Klimawandel weiter vorangeschritten sein. Dies bedeute einen enormen Entwicklungs- und Innovationsbedarf weltweit bei gleichzeitigem Fokus auf nachhaltige Lösungen. Viel werde schon getan, dennoch plädierte Minister Müller für eine Verkehrswende, Agrarwende und Energiewende, um dem Dilemma endlicher Ressourcen bei steigender Nachfrage, Bodenschwund und Bevölkerungswachstum effektiv entgegenzutreten. Gleichzeitig mahnte der Minister jedoch auch eine Anpassung des westlichen Lebensstils an: „Wir leben so, als gebe es die Erde 1.5 Mal. Es gibt sie jedoch nur einmal“, so Müller.
 
In der darauffolgenden Diskussionsrunde erinnerte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, daran, dass eine Welt ohne Hunger längst möglich wäre und das Menschenrecht auf Nahrung endlich von der Weltgemeinschaft umgesetzt werden müsse.

Daraufhin spitzte Bundesminister Müller in Anlehnung an Mahatma Gandhi zu: „Wenn täglich an Hunger gestorben wird und wir es wissen, dann ist das Mord.“ Hungerbekämpfung müsse stärker als bisher mit einer Bekämpfung der Ursachen - Klimawandel und Bildungsrückstände - verknüpft werden. Prof. Jakob Rhyner zeigte den wichtigen Beitrag auf, den die Wissenschaft hierzu leisten könne. Diese müsse alarmierende Entwicklungen frühzeitig kommunizieren, aber auch nachhaltige Lösungsmöglichkeiten entwickeln und aufzeigen.
 
So waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, dass die Entwicklungszusammenarbeit vor immensen Herausforderungen steht und wissenschaftliche und technische Innovationen, das Bewusstwerden der eigenen Verantwortung sowie politische Hartnäckigkeit von besonderer Bedeutung sind, um den Weg in eine bessere Welt zu ebnen.