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Übernahm die Begrüßung: Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg





Die Podiumsgäste wagten einen Blick in die Zukunft des Automobils und der deutschen Infrastruktur





An der Diskussionsrunde nahmen Experten aus unterschiedlichen Bereichen teil





Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg durchgeführt


 
Eine zukunfts- und leistungsfähige Infrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Im Zuge der Globalisierung und auch in Folge neuer Produktionsmethoden und Technologien sind Unternehmen und Arbeitnehmer immer stärker auf zuverlässige und belastbare Strukturen für den Transport von Personen, Waren und Daten sowie deren effiziente Verzahnung und Vernetzung angewiesen. Am 21. März 2017 diskutierten die Bonner Akademie und die IHK Bonn/Rhein-Sieg unter dem Titel "Noch immer der Deutschen liebstes Kind? Mobilität jenseits des Automobils" verschiedene sich daraus ableitende Aspekte und Fragestellungen.

An der Diskussionsrunde nahmen Experten aus unterschiedlichen Bereichen teil: Sabine Baumann-Duvenbeck, Vizepräsidentin der IHK Bonn/Rhein-Sieg und Geschäftsführerin der Viktor Baumann GmbH, Dr. Weert Canzler, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Andrea Reidl, freie Journalistin für Mobilität bei ZEIT und SPIEGEL und Dr. Roman Suthold, Leiter der Verkehrsabteilung des ADAC Nordrhein. Die Moderation übernahm Jörg Manhold, Redakteur des General-Anzeigers Bonn.

Während seiner Begrüßung erklärte Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, das Automobil sei in der Geschichte der Bundesrepublik neben seinem praktischen Nutzen stets auch ein Statussymbol gewesen. Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens vor allem in deutschen Ballungsräumen und der wachsenden Sensibilisierung für die Umweltbelastung verliere es diesen Status allerdings immer mehr; das Interesse an alternativen Mobilitätskonzepten steige hingegen.

Dieser Aussage stimmte in der anschließenden Podiumsdiskussion Dr. Weert Canzler zu. Er verdeutlichte, dass das private Automobil und vor allem der Verbrennungsmotor inzwischen Auslaufmodelle seien; in Zukunft würden zum einen die Elektrisierung des Verkehrs und zum anderen alternative Mobilitätskonzepte an Bedeutung gewinnen. Dazu trage auch der fortdauernde Ausbau erneuerbarer Energien vermehrt bei.

Dr. Roman Suthold hingegen widersprach in Teilen dieser Einschätzung. Er betonte, die Abhängigkeit von Automobilen sei oftmals auch von der regionalen Infrastruktur abhängig, und zumindest in dünner besiedelten Teilen der Bundesrepublik würden diese auch in Zukunft wichtig für Privatpersonen seien. Er stimmte jedoch der Beurteilung zu, dass in Ballungszentren die Notwendigkeit für den privaten Besitz von Automobilen grundsätzlich sinke und sich beispielsweise Konzepte wie Carsharing zunehmender Beliebtheit erfreuten. Außerdem attestierte er neuen Antriebsformen – wie beispielsweise batteriebetriebene Elektromotoren – mit der Verbesserung der dazugehörigen Technologie eine wachsende Attraktivität.

Zum Thema der alternativen Mobilitätskonzepte sprach Andrea Reidl von der Notwendigkeit der Schaffung attraktiver Angebote in Städten und Ballungsgebieten. Dies sei essenziell, um die Menschen zum Umdenken anzuregen und davon zu überzeugen, über das private Automobil hinausgehende Optionen in Betracht zu ziehen. Als Beispiele nannte sie unter anderem die Bereitstellung von Leihrädern und E-Bikes im städtischen Raum, die flächendeckend verfügbar gemacht werden müssten.

Sabine Baumann-Duvenbeck brachte zum Abschluss die Perspektive der industriellen Mobilität in die Diskussion ein. Sie unterstrich, dass vor allem im Güter- und Warenverkehr alternative Verkehrskonzepte schwieriger umzusetzen seien als im privaten Sektor. So sei es komplizierter, neue Antriebsformen für Lastkraftfahrzeuge zu implementieren, da diese auf die Leistung angewiesen seien, die zumindest momentan nur durch Verbrennungsmotoren gewährleistet werden könne. Unter anderem dadurch, hielt sie fest, werde der Güterverkehr in der öffentlichen Wahrnehmung häufig sehr negativ betrachtet. Hierzu ergänzte Dr. Suthold, eine Möglichkeit sei die Einrichtung von Oberleitungen für Lastkraftfahrzeuge auf Autobahnen, um eine flächendeckende Umstellung der Transportindustrie auf Elektromotoren zu ermöglichen.