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PD Dr. Rudolf Speth, Privatdozent an der Freien Universität Berlin

Volker Heck, ehemaliger Leiter der Konzernkommunikation bei RWE

Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl

Dr. Ritva Westendorf-Lahouse, Public Government Affairs Manager bei ExxonMobil
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Führung, Verhandlung und Kommunikation auf internationaler Ebene“ begrüßte die Bonner Akademie am 19. März 2014 Führungskräfte aus Unternehmen, Mitglieder der Bonner Akademie sowie Doktoranden und Mitarbeiter der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Die Lehrveranstaltung mit dem Titel „Ziele, Strategien und Legitimität von Interessenvertretung und Lobbyarbeit auf internationaler Ebene“ beschäftigte sich mit Formen, Instrumenten und Strukturen des Lobbyismus, aber auch mit Gefahren und Grenzen der politischen Einflussnahme.

PD Dr. Rudolf Speth, Privatdozent an der Freien Universität Berlin im Bereich Interessenpolitik, Lobbying Public Affairs, führte in das Themenfeld ein, indem zunächst eine definitorische Abgrenzung verschiedener Typologien der Interessenvertretung vorgenommen wurde. Lobbying begrenze sich dabei auf einen eng gefassten Rahmen von Interessen. Grundsätzlich seien diese Interessen für die Politik im Entscheidungsprozess ein wichtiger „Rohstoff“. Im weiteren Verlauf stellte Dr. Speth die konkreten Instrumente der Interessenvertretung, wie den Informationsaustausch und die Öffentlichkeitsarbeit, dar. An Ende stand der Aspekt der Legalität und Legitimität von Lobbyismus im Fokus seiner Ausführungen.
 
Volker Heck, ehemaliger Leiter der Konzernkommunikation bei RWE, betrachtete das Thema aus der Perspektive seiner langjährigen praktischen Erfahrung im Bereich der Energieerzeugung. Als wichtigen Faktor für erfolgreiche Lobby-Arbeit unterstrich Volker Heck das profunde Fachwissen, über das Vertreter von Interessengruppen verfügen sollten. In Sachen Kommunikation und Vernetzung könnten auch große Unternehmen viel von NGOs und ihrem Einsatz moderner Kommunikationsmittel lernen.
 
Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl, lenkte den Blick insbesondere auf die Gefahren des Lobbyismus: auf fehlende Transparenz und mangelhafte demokratische Kontrollmechanismen. Als Lösungsansatz nannte er das von LobbyControl geforderte Lobby-Register, welches Strukturen zwischen Privatwirtschaft und Politik offenlegen soll.
 
Dr. Ritva Westendorf-Lahouse, Public Government Affairs Manager bei ExxonMobil, erklärte die Kommunikations- und Lobby-Tätigkeit anhand eines konkreten Beispiels aus der Praxis. Sie beschrieb den von ihrem Mineralölkonzern initiierten Prozess, das Thema „Fracking“ mittels objektiver Gutachten auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen. Ziel sei es gewesen, emotional geprägten, medialen Kampagnen gegen diese Form der Energiegewinnung Fakten entgegenstellen zu können und den politischen Entscheidern sowie den Bürgen „Fracking“ transparent zu erklären.