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Die Teilnehmer des Essener Forums in der Diskussion mit dem Projektteams



Dr. Rudolf Speth (Mitte) ordnete das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Rolf Heinze (rechts) in aktuelle Engagement-Diskurse ein



Prof. Dr. Karin Hummel kommentierte das Forschungsprojekt der Bonner Akademie aus ökonomischer Perspektive



Hermann Schaaf, professioneller Organizer, erläuterte theoretische und praktische Aspekte des Community Organizing



Emily Drewing vom Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW






 
Am 6. Oktober 2016 fand ein gemeinsamer Workshop der Forschungsprojekte „Wieviel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets“ der Bonner Akademie und „Soziales Engagement im Ruhrgebiet – Zum Aufbau neuer Strukturen zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik“ der Ruhr-Universität Bochum statt. Zum Thema „Das Quartier: Integrationsmotor und Quelle sozialen Engagements?“ diskutierten die Mitarbeiter der beiden von der Brost-Stiftung geförderten Projekte gemeinsam mit Wissenschaftlern und Praktikern Handlungsfelder und -Optionen an der Schnittstelle von Quartiersstrukturen und Integrationsarbeit.

Nach einer kurzen Vorstellung des Forschungsprojekts „Soziales Engagement im Ruhrgebiet – Zum Aufbau neuer Strukturen zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik“ durch den Projekteiter Prof. Dr. Rolf Heinze ordnete Dr. Rudolf Speth, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) das laufende Projekt in die aktuellen Engagement-Diskurse ein. Dabei erläuterte er auch die positiven Auswirkungen von zivilgesellschaftlichem Engagement auf Integration im Kontext der aktuellen Migrationsbewegung. Der Flüchtlingsstrom habe zur Etablierung neuer und offener Engagement-Strukturen geführt, von der auch die eher traditionell ausgerichtete Verwaltung im Moment sehr profitiere.
 
Prof. Dr. Volker Kronenberg, Projektleiter und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats, und Dr. Karsten Jung, Geschäftsführer der Bonner Akademie, stellten anschließend erste Ergebnisse des Forschungsprojekts „Wieviel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets“ vor. Prof. Dr. Karin Hummel, Professorin für Ökonomie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, kommentierte im Nachgang Forschungsansatz und Methodik des Projekts aus einer ökonomischen Perspektive. Dabei betonte sie, dass ein ressourcenzentrierter Ansatz auch mit Blick auf die gesamtgesellschaftlichen Kosten und die Wohlfahrtsproduktion gewinnbringender sei als die noch zu oft vorherrschende Defizitorientierung in der Integrationsarbeit.
 
Hermann Schaaf, professioneller Organizer bei der Evangelischen Gemeinde zu Düren, führte anschließend in die Idee des Community Organizing ein. Das aus den USA stammende Konzept ermögliche es, Quartiere über ethnische und soziale Grenzen hinweg zu organisieren, indem man gemeinsame Anliegen identifiziere und verfolge. Langfristig, so Schaaf, könne sich so eine mächtige Organisation entwickeln, die auch auf politische Entscheidungsträger einwirken könne.
 
Emily Drewing, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Landesbüros altengerechte Quartiere.NRW, stellte darauf folgend Ansätze vor, die es Senioren ermöglichen, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Dazu zählen haushaltsnahe Versorgungsmöglichkeiten oder wohnortnahe Prävention, aber auch Beteiligung und Gemeinschaftsgefühl. Vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund, so Drewing, bedürfe es jedoch weiterer innovativer Anspracheinstrumente, die die unterschiedlichen Bedürfnisse adressieren und mögliche Sprachdefizite kompensieren könnten.
 
In der abschließenden Diskussion waren sich alle Teilnehmer einig, dass effektives Quartiersmanagement sich sehr positiv auf die Integration im Stadtteil auswirken könne. Dennoch müsse man weiterhin an neuen und innovativen Ansätzen arbeiten und eine gewisse Offenheit, z.B. mit Blick auf die Rolle von Digitalisierung und neuen Vernetzungsmöglichkeiten, beibehalten.