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Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 'Essener Forums'



Hielt einen praxisnahen Vortrag: Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum



Prof. Dr. Ismail Tufan, Leiter des Departments für Gerontologie an der Akdeniz Universität Antalya, während seines Referats



 
Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, sich wandelnder Sozialstrukturen und einer kulturell vielfältig geprägten Gesellschaft in Deutschland stehen viele soziale Institutionen, insbesondere Wohlfahrtsverbände, vor neuen Herausforderungen. Das Ruhrgebiet kann dabei exemplarisch als Forschungsstätte des demographischen Wandels in Deutschland gesehen werden.

Das im Rahmen des Forschungsprojekts "Wie viel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets" ausgerichtete 'Essener Forum' widmete sich am 17. Juni 2015 dem Thema der kultursensiblen Alten- und Krankenpflege und der interkulturellen Öffnung von sozialen Institutionen. Experten und Praktiker aus Einrichtungen und Modellprojekten der kultursensiblen Pflege kamen an diesem Tag zusammen, um über den Stand der Integration älterer Menschen muslimischen Glaubens in den Bereichen Gesundheit und Pflege zu diskutieren. Im Fokus standen die Fragen nach den Bedürfnissen der muslimischen Bevölkerung und den Herausforderungen, denen sich Pflegeeinrichtungen im Ruhrgebiet in Zukunft verstärkt stellen müssen.

Im Rahmen des Experten-Workshops stellte Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum, seine Untersuchungen zum sozialen Engagement und zur Einrichtung neuer Kooperationsstrukturen im Ruhrgebiet vor. Durch gesamtgesellschaftliche Trends – wie z.B. der Alterung der Bevölkerung, der Veränderung der Familienstrukturen und Migration – komme es zu einem Wandel traditioneller Versorgungsstrukturen. Die Bereitstellung entsprechender Pflegeangebote müsse sich daher diesen neuen Gegebenheiten stellen und zukunftsorientierte Lösungen bieten.

Als ausgewiesener Experte in den Alterswissenschaften referierte Prof. Dr. Ismail Tufan, Leiter des Departments für Gerontologie an der Akdeniz Universität Antalya, zum Thema "Interkulturelle Altenpflege mit besonderem Augenmerk auf die Zielgruppe der Muslime". Es bestehe erheblicher Handlungsbedarf, um der Benachteiligung älterer Migranten entgegenzuwirken und eine gleichberechtigte Teilhabe im Alter zu fördern. Unter anderem seien die Förderung der interkulturellen Kompetenz von Fachkräften im Pflegebereich, die Verbesserung der Informationsvermittlung sowie die Entwicklung neuer bedarfsgerechter Angebote in der kultursensiblen Pflege von großer Bedeutung.

Das Forschungsprojekt wird sich im Rahmen kommender Fachtagungen und Expertengespräche weiterhin der Lebenssituation älterer Menschen muslimischen Glaubens und ihrer Integration im Ruhrgebiet widmen.