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Projektleiter Prof. Dr. Thorsten Faas von der Universität Mainz stellt die Forschungsergebnisse vor



Großes Interesse an der Veranstaltung in der Landesvertretung Hamburg



Während der Diskussion: Alexander Schweitzer, Holger Geißler, Moderator Dr. Christian Krell, Dr. Jasmin Siri sowie Prof. Dr. Thorsten Faas (v.l.n.r.)




Die Forschungsergebnisse wurden in der Diskussionsrunde noch einmal von verschiedenen Seiten beleuchtet



Grafik: Mediennutzung für Informationen über Politik und politisches Geschehen (durchschnittl. Woche)



Das Banner der Veranstaltung

 
Wie informieren sich Menschen heute über das politische Geschehen und welche spielen dabei vor allem soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter? Welchen Quellen vertrauen sie? Wie vielfältig sind die Informationen, die sie erreichen? Und wie findet Politische Kommunikation bei Facebook statt? Diese Fragen standen unter anderem im Fokus eines von der Bonner Akademie geförderten und von Prof. Dr. Thorsten Faas, Universität Mainz, geleiteten Forschungsprojekts mit dem Titel "Politische Kommunikation in Zeiten neuer Informations- und Kommunikationstechnologie". Die Forschungsergebnisse wurden nun am 18. November 2015 in Berlin in den Räumlichkeiten der Landesvertretung Hamburg vorgestellt und anschließend im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert.

Zu Beginn wurden die anwesenden Gäste von Dr. Christian Krell, Friedrich-Ebert-Stiftung, in einem kurzen Eröffnungsstatement begrüßt. Daraufhin präsentierten Prof. Faas und Benjamin Sack die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit. Dabei wurde vor allem festgehalten, dass die etablierten Kommunikationskanäle - wie Fernsehnachrichten und Tageszeitungen - immer noch dominieren, wenn es darum geht, wie Menschen Informationen über Politik beziehen. "Daran hat sich alles in allem in den vergangenen zwei Jahren wenig verändert", so der Wahlforscher. Ein wichtiges Fazit der Forschungsgruppe lautet, dass "Politische Kommunikation in sozialen Netzwerken nur in politisch brisanten Zeiten" stattfinde – und auch dann nur in "geringem Ausmaß". Insgesamt blieben soziale Netzwerke weiterhin ein eher "junges Medium", da diese vornehmlich von den 18- bis 40-Jährigen für die politische Informationsverarbeitung und Kommunikation genutzt werden. Darüber hinaus wurde deutlich, dass Tendenzen zur sogenannten "Filterbubble" erkennbar sind, allerdings in weitaus geringerem Umfang als dies gemeinhin befürchtet wird. Weitreichende Einflüsse der politischen Kommunikation bei Facebook, beispielsweise auf politische Einstellungen, konnten dagegen nicht festgestellt werden. Prof. Dr. Frank Decker, Universität Bonn und BAPP, fasste die Ergebnisse in einem Abschlussstatement zusammen und dankte dem Forscherteam sowie den unterstützenden Institutionen für die Realisierung der Studie.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurden die vorgestellten Forschungsergebnisse noch einmal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Neben Prof. Faas und Moderator Dr. Krell nahmen Dr. Jasmin Siri, LMU München, Holger Geißler, Vorstand YouGov Deutschland sowie Projektpate, und Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rheinland-Pfälzischen Landtag und ebenfalls Projektpate, an der Diskussion teil. Alexander Schweitzer stellte auf die Frage der unterschiedlichen parteipolitischen Eingebundenheit in Zusammenhang mit den Ergebnissen zur "Filterbubble" scherzhaft fest, dass auf seinem Facebook-Profil "die SPD die absolute Mehrheit" habe. Holger Geißler fasste die Ergebnisse prägnant zusammen, in dem er betonte, dass soziale Netzwerke und Medien nach wie vor "'social' und nicht 'political'" sein und deswegen in so geringem Ausmaß für die politische Kommunikation genutzt würden. Zum Abschluss der Podiumsdiskussion gab es von Dr. Siri noch einen wichtigen Hinweis für alle Twitter-Nutzer, der sich wohl vor allem auf den im Anschluss an die Diskussion stattfindenden Empfang bezog: "Don’t drink and tweet." Hier wurde nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung weiter in vielen kleinen Gesprächsrunden angeregt über die zuvor vorgestellten Ergebnisse der Studie diskutiert.