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Expertenworkshop zum Forschungsprojekt "Politische Kommunikation in Zeiten neuer Informations- und Kommunikationstechnologie"

 
Am 29. Juni 2015 fand in Köln beim Meinungsforschungsinstiut YouGov der Zwischenworkshop des Projekts „Politische Kommunikation in Zeiten neuer Kommunikations- und Informationstechnologie“ statt. Ziel des Workshops war es, die Erkenntnisse des Auftaktworkshops zu vertiefen, vor allem erste Ergebnisse aus Umfragen zu präsentieren, die im Rahmen der Hamburger Bürgerschaftswahl durchgeführt wurden. Hierdurch sollten neue Impulse mit Blick auf die anstehende Bevölkerungsumfrage gesammelt werden, die den Kern des Forschungsprojekts darstellt.

Nach einer kurzen Begrüßung und einleitenden Worten von Holger Geißler, Vorstand bei YouGov Deutschland und Praxisexperte des Projekts, stellte Prof. Dr. Thorsten Faas als Projektleiter zunächst das Forschungsprojekt und seine zentralen Fragestellungen vor. Anschließend präsentierten Thorsten Faas und Benjamin Sack, Stipendiat und Mitarbeiter innerhalb des Forschungsprojekts, Ergebnisse zur Nutzung sozialer Netzwerke im Kontext der Hamburger Bürgerschaftswahl. Durch die Auswertung getrennter Befragungen von Kandidatinnen und Kandidaten einerseits und Wählerinnen und Wählern andererseits wurde deutlich, dass die Ansprüche und Erwartungen sowie die eingeschätzte Relevanz an und von sozialen Netzwerken einer großen Diskrepanz unterliegen. Während Kandidatinnen und Kandidaten der Social Media-Nutzung durch Facebook und Twitter innerhalb des Wahlkampfes eine recht hohe Relevanz zu schrieben, wurden diese Informationsquellen von Bürgerinnen und Bürgern in erheblich geringerem Maß tatsächlich verwendet.

Daneben konnten erste Ergebnisse des Vergleichs zwischen dem Nutzungsverhalten von Twitter und Facebook präsentiert werden. Demnach zeigt sich auch im Rahmen der Hamburger Bürgerschaftswahl, dass es eine Hemmschwelle bei verschiedenen Aktivitäten gibt. Mit größerem Aufwand, beispielsweise das eigene Verfassen eines 'Posts' oder 'Tweets', sinkt die politische Nutzung sozialer Medien. Ein niedriger Aufwand, wie das Klicken des „Gefällt mir“-Buttons dagegen führt zu mehr politischer Nutzung.

Auf Basis dieser ersten Befunde wurde im zweiten Teil des Workshops angeregt diskutiert. Hier kam unter anderem erneut Valentina Kerst, Co-Vorsitzende des Vereins D64 und Geschäftsführerin der Strategischen Internetberatung topiclodge.Köln, zu Wort, die auch schon als Teilnehmerin der Podiumsdiskussion im Auftaktworkshop am 9. März 2015 zu Gast war. Neben der aufgezeigten Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von sozialen Netzwerken durch Kandidatinnen und Kandidaten und der faktischen Nutzung durch die Wählerinnen und Wähler wurde dabei vor allem über die Frage diskutiert, ob die sozialen Netzwerke die Politikverdrossenheit abbauen können und Bürgerinnen und Bürger wieder motivieren und mobilisieren können am politischen Prozess teilzunehmen oder ob soziale Medien vorrangig nur von politisch sehr interessierten Personen verwendet werden und sich die Hoffnung der Revitalisierung politisch Entfremdeter somit nicht erfüllt. Aus dieser Diskussion nahmen die Projektverantwortlichen erneut interessante und wichtige Impulse für die weitere Arbeit an dem Projekt auf.