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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie



Projektleiter: Prof. Dr. Thorsten Faas, Universität Mainz



Daniela Hohmann, Universität Mainz und ebenfalls Mitwirkende an dem Forschungsprojekt



Holger Geißler (li.), Vorstand des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov, im Gespräch mit Moderator Dr. Christian Krell (re.), Leiter der Akademie für Soziale Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung



Prof. Dr. Christoph Bieber, Universität Duisburg-Essen



Valentina Kerst (li.), Co-Vorsitzende des Vereins D64, und Prof. Faas (re.)





 
Mit einem Auftaktworkshop erfolgte am 9. März 2015 der informelle Startschuss für das diesjährige Forschungsprojekt der Bonner Akademie „Politische Kommunikation in Zeiten neuer Informations- und Kommunikationstechnologie“. Nach einer Einführung in das Thema sowie einer Vorstellung der zentralen Forschungsfragen durch den Projektleiter, Prof. Dr. Thorsten Faas, und seinem Forschungsteam folgte eine angeregte Podiumsdiskussion, in deren Verlauf erste Fragen beantwortet und einige neue aufgeworfen wurden.

Zu Beginn der Veranstaltung machte Prof. Bodo Hombach deutlich, dass „politische Kommunikation ein zentrales Thema der Zivilgesellschaft“ sei. In diesem Zusammenhang solle sich der Kommunikator nicht primär auf seinen Gegner fokussieren, sondern den Blick vor allem auf sich selber richten. „Überlassen wir uns der ‚Wut des Verstehenwollens!‘“ – Mit diesen Worten endete die Begrüßung des Präsidenten der Bonner Akademie und leitete in die inhaltliche Vorstellung des anstehenden einjährigen Forschungsprojekts ein.

Prof. Faas, Universität Mainz,erläuterte zunächst die Beweggründe des Forschungsprojekts und stellte zwei Grundannahmen heraus, auf deren Auswirkungen sich das Projekt unter anderem konzentriere: Zum einen sinke die Wahlbeteiligung in Deutschland sowie innerhalb der Europäischen Union kontinuierlich, zum anderen komme es durch eine wachsende Unübersichtlichkeit auf der politischen Ebene zu einer größer werdenden Unsicherheit in der Wählerschaft. Daraus ableitend warf er die Frage auf, ob die neuen Medien dazu beitragen könnten, die Menschen wieder näher an die Politik heranzubringen.

Daniela Hohmann, Universität Mainz und ebenfalls Mitwirkende an dem Forschungsprojekt, bot den Gästen der Veranstaltung einen Überblick darüber, „was bisher geschah“ und schilderte die Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 im Zusammenhang mit der internetbasierten Kommunikation. Sie formulierte die These von einer immer weiter ansteigenden „Medienkonvergenz“, also dem Verschmelzen von Medien, welche früher strikt getrennt waren. So werden beispielsweise in den Sozialen Medien Text, Bild und Ton in der Regel in einem Beitrag kombiniert.

In der folgenden von Dr. Christian Krell, Leiter der Akademie für Soziale Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, moderierten Podiumsdiskussion kristallisierte sich eine ähnliche Einschätzung der Referenten bezüglich der Bedeutung der neuen Medien heraus. Holger Geißler, Vorstand des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov, nahm Stellung zu der Frage nach einem „deutschen Muster“ bei der Nutzung von Sozialen Medien. Laut Geißler sei Deutschland hier im Vergleich zu anderen Ländern weniger aktiv. Außerdem sei kein anderes Land so kritisch gegenüber Facebook und Google eingestellt wie die Bundesrepublik. Prof. Dr. Christoph Bieber von der Universität Duisburg-Essen formulierte die große Relevanz der Sozialen Medien, ihre ständige Verbindung im alltäglichen Leben und die unausweichliche Verknüpfung mit der Politik. Valentina Kerst, Co-Vorsitzende des Vereins D64 und Geschäftsführerin der Strategischen Internetberatung topiclodge.Köln, griff diesen Gedanken auf und fügte hinzu, dass Politiker oder Parteien zu selten oder zu spät im Bereich der Sozialen Medien tätig werden. Außerdem forderte sie dabei den Dialog mit anderen Usern, nicht nur die bloße Präsenz im Internet. „Seid authentisch und kommunikationsbereit“, lautete das Credo von Kerst.

Ein Fazit und einen Ausblick auf das bevorstehende Forschungsprojekt bot Benjamin Sack, der betonte, viele neue Anreize aus der Podiumsdiskussion gewonnen zu haben. Der Projektstipendiat formulierte zusammenfassend Fragen, welche eine zentrale Rolle während der Forschungsarbeit spielen werden: „Wie verändert die Nutzung von Social Media die Verbreitung und Rezeption politischer Informationen? Verändert die Nutzung von Social Media das Verhalten der Kandidaten und Kandidaten oder gar der Wählerschaft? Welche Effekte von Social Media werden sich auch auf die politische Kommunikation auswirken?“

Mit dem Closing Statement von Prof. Dr. Frank Decker, Politikwissenschaftler an der Universität Bonn sowie Wissenschaftlicher Leiter der Bonner Akademie, fand die Auftaktveranstaltung zum Forschungsprojekt „Politische Kommunikation in Zeiten neuer Informations- und Kommunikationstechnologie“ ihren Abschluss.