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Experten-Workshop „Strategiebildung und Kommunikation von Unternehmen bei Großprojekten“
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Großprojekte in Politik und Wirtschaft als unternehmerische und politische Herausforderung“ fand am 8. November 2013 unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke, Forschungsprojektleiter in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Volker Kronenberg, ein Experten-Workshop zum Thema „Strategiebildung und Kommunikation von Unternehmen bei Großprojekten“ statt.
 
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Handlungsstrategien für Unternehmen bei der Planung und Durchführung infrastruktureller Großprojekte. An der Veranstaltung nahmen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung teil, um Sicht- und Vorgehensweisen im Umgang mit Großprojekten aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren. Als Experten konnten Dr.-Ing. Heinrich Best, Verband Beratender Ingenieure/BEST consulting GdR, Prof. Dr. Christian Rennert, Fachhochschule Köln, Christiane L. Döhler, DOEHLER Communications, und Prof. Dr. Markus Kiefer, FOM - Hochschule für Oekonomie und Management, gewonnen werden.

Dr.-Ing. Heinrich Best, Verband Beratender Ingenieure/BEST consulting GdR
Dr. Heinrich Best zeigte in seinem Einführungsvortrag zentrale Problembereiche für Unternehmen bei der Planung von Großprojekten auf: Zum einen könnten Bürgerproteste, die meist erst mit dem konkreten Baubeginn entstünden, Projekte verzögern oder gar verhindern. Das zweite Problem sei die Projektabwicklung, da theoretische Kostenabschätzungen, Bauverträge und detaillierte Vertragsinhalte oftmals nicht eingehalten werden könnten. Als realistischen Lösungsvorschlag aus diesem Dilemma führte Dr. Best die Stärkung der Bauherren durch externe Dienstleister an.

Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke, Forschungsprojektleiter
Axel Zenter, Mitglied des Bundesrechnungshofs, kritisierte, dass die Bauphase oft schon vor einer realistischen Kostenabschätzung beginne. Claus Mayr, Direktor der Europapolitik beim Naturschutzbund Deutschland e.V., bemängelte die Missachtung von Umweltaspekten und die – im europäischen Vergleich – unzulängliche Einbeziehung von Bürgerinteressen in Deutschland. Laut Michael Baufeld, Sprecher für Großprojekte bei der Deutschen Bahn AG, entscheide ein kleiner, direkt betroffener Prozentsatz der Bevölkerung über den Erfolg oder Misserfolg von Großprojekten. Daher formulierte er das Ziel, zukünftig ein repräsentativeres Bürgervotum zu erreichen.



Prof. Dr. Christian Rennert, Fachhochschule Köln
In ihrem anschließenden Impulsvortrag betonten Prof. Dr. Christian Rennert vom Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Köln und die Strategieberaterin Christiane L. Döhler unter anderem die Relevanz der Medien bei der Kommunikation über Großprojekte. Engagierte Interessengruppen bezeichnete Prof. Rennert als mächtige „Vetospieler“ in Planungsvorgängen. Für Prof. Rennert liegt eine wichtige Aufgabe der Unternehmen darin, der Bevölkerung die Vorteile von Großprojekten authentisch und verständlich zu übermitteln.





Christiane L. Döhler, DOEHLER Communications
Christiane L. Döhler betonte in ihrem Beitrag, dass die Kommunikation von Unternehmen zu Großprojekten signalisieren müsse, dass alle Interessen ernst genommen werden. Unternehmen müssten klarstellen, dass auch solche Interessen als legitim anerkannt werden, die mit den Unternehmenszielen nicht übereinstimmen. Die Kommunikation der Unternehmen müsse auf "Menschen", nicht auf "Öffentlichkeit" ausgerichtet sein und stringent erfolgen. In jeder Situation komme es bei der Argumentation darauf an, den Faden in der Hand zu behalten.

Prof. Dr. Markus Kiefer, FOM - Hochschule für Oekonomie und Management
Prof. Dr. Markus Kiefer unterstrich die Bedeutung von Social Media bei Großprojekten. Unternehmen müssten aufgrund der rasanten Informationsverbreitung im Internet ständig fürchten, die Deutungshoheit über das Geschehen zu verlieren. Weiterhin hob Prof. Kiefer die „Macht der Bilder“ hervor, die in der Vergangenheit bei einigen Projekten zu einer latenten Bedrohung des Erfolgs geführt hätten. Abschließend resümierte er, dass Unternehmen die Sozialen Netzwerke als Frühindikatoren nutzen und ihre Visionen von Großprojekten auf möglichst vielen Kanälen präsentieren sollten.