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Auftaktveranstaltung zum Forschungsprojekt „Erregungskampagnen in Politik und Wirtschaft – digitale Öffentlichkeit zwischen Candy- und Shitstorms“
 
Am 5. November 2013 begrüßten die Bonner Akademie sowie die Projektleiter Prof. Dr. Caja Thimm (Medienwissenschaft, Universität Bonn) und Prof. Dr. Christoph Bieber (NRW School of Governance, Universität Duisburg-Essen) Experten aus Politik, Wirtschaft und Medien zur Auftaktveranstaltung des Forschungsprojektes „Erregungskampagnen in Politik und Wirtschaft – digitale Öffentlichkeit zwischen Candy- und Shitstorms“.

Die Projektpartner Prof. Dr. Jürgen Kluge, Unternehmensberater, Director emeritus McKinsey & Company sowie Aufsichtsratsvorsitzender Schmitz Cargobull AG, und Monika Piel, ehemalige Intendantin des WDR, lieferten interessante Einblicke aus der medialen und wirtschaftlichen Praxis. Anne Wizorek, Initiatorin der #Aufschrei-Debatte sowie Grimme Online Preisträgerin 2013, und Gregor Mayer, Leiter des Bereichs Digitale Medien des Fernsehsenders Phoenix, bereicherten die Auftaktveranstaltung als Experten des Internet-Phänomens.

Prof. Dr. Christoph Bieber
Zunächst stellte Prof. Dr. Christoph Bieber das von der Bonner Akademie durchgeführte Forschungsprojekt vor und benannte die langfristigen Ziele: Systematisch und interdisziplinär werde eine inhaltsorientierte Untersuchung von Kommunikationsinhalten bei Erregungskampagnen vorgenommen. Auf dieser Grundlage solle in einem zweiten Schritt verdeutlicht werden, mit welchen Gegenstrategien dieser Form der Kampagne in Wirtschaft und Politik begegnet werden könne. Hinsichtlich des Umgangs mit so genannten „Shitstorms“ planen die Projektleiter außerdem, anhand von konkreten Fallbeschreibungen eine Querschnittsuntersuchung in der deutschen Parteienlandschaft vorzunehmen.




Monika Piel
Prof. Dr. Caja Thimm leitete die anschließende Diskussionsrunde. Gregor Meyer, Prof. Dr. Jürgen Kluge und Monika Piel beschrieben konkrete „Shitstorms“ in ihren Tätigkeitsfeldern und skizzierten die Reaktionen der Unternehmen. Laut Monika Piel sei in vielen Fällen nicht erkennbar, woran sich eine Debatte entzünde, weil die Übergänge zwischen erregter Kritik und ausuferndem „Shitstorm“ oftmals fließend seien.












Anne Wizorek
Anne Wizorek zeichnete die Entwicklung der #Aufschrei-Debatte nach und widerlegte dabei medial verbreitete Informationen zur Entstehung der Kampagne. Die Debatte hatte eine enorme Impulskraft, zu der die Aussagen von Rainer Brüderle zwar maßgeblich zur Debatte beigetragen hätten. Der Anlass für die enorme Impulskraft dieser „Ad-hoc-Kampagne“ hingegen sei laut Wizorek jedoch ein Blogeintrag gewesen.














Gregor Mayer
Gregor Mayer verglich „Shitstorms“ mit einem naturwissenschaftlichen Prozess: Auf die Verselbstständigung eines Sachverhaltes folge eine exogene Reaktion, die schließlich zum Platzen der thematischen Blase führe. Durch ein frühzeitiges, authentisches Gegenarbeiten könne der Transfer in die klassischen Medien jedoch verhindert und der Schaden für eine Person oder ein Unternehmen abgemildert werden.










Prof. Dr. Jürgen Kluge
Prof. Dr. Jürgen Kluge bezeichnete das Web 2.0 als ungefilterte Chance der Kommunikation für die gesamte Bevölkerung, weil sich die Beziehung zwischen Sendern und Empfängern von Nachrichten massiv geändert hätte. Den effizienten Umgang mit Diffamierungen im Netz betrachtete er als zentrale Frage für das Forschungsprojekt.
















Prof. Dr. Caja Thimm
Abschließend fassten Prof. Bieber und Prof. Thimm die Ergebnisse der Diskussion zusammen und formulierten Perspektiven des Projekts. Auch der Frage, ob das Web 2.0 zu Demokratisierungs- und Lerneffekten führen könne oder eher bestehende Ungleichheiten verstärkt würden, werde das Forschungsprojekt in den kommenden Monaten intensiv nachgehen.




Den Bericht des Bonner General-Anzeigers zur Veranstaltung können Sie hier abrufen.