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Leitung der Forschungsgruppe: Dr. Tobias Dürr (l.) und Prof. Dr. Wolfgang Schroeder (r.)
Der moderne Sozialstaat wird heute mehr denn je gebraucht, um erfolgreich auf tiefgreifende sozio-ökonomische Strukturveränderungen auf den Arbeitsmärkten, in den Familien und zwischen den Geschlechtern zu reagieren. Vor allem das Altern unserer Gesellschaft bringt komplexe Herausforderungen mit sich, die mit steigenden Kosten bei Rente, Gesundheit und Pflege einhergehen. Übergeordnet spielen Fragen der Chancengleichheit, der sozialen Teilhabe und der – moralischen wie ökonomischen – Kosten gesellschaftlicher Spaltung eine immer wichtigere Rolle. Auch werden die Folgekosten der auf nachsorgende Absicherung abzielenden Politik in den kommenden Jahren weiter stark ansteigen und damit den Handlungsdruck kontinuierlich erhöhen.

Gefragt ist vor diesem Hintergrund ein erneuertes Sozialstaatsmodell, das die veränderten Lebenslagen der Menschen stärker individuell berücksichtigt, breit gestreute gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe ermöglicht und dabei sinnvolle und nachhaltige Finanzierbarkeit verspricht. Angesichts eines limitierten finanziellen Spielraums müssen neue Wege gefunden werden, unter aktiver Einbeziehung der vorhandenen sozialstaatlichen Akteure und ohne erheblichen finanziellen Mehraufwand wirksame Handlungsstrategien anzustoßen.


Projektpaten: Dr. Alfred Gusenbauer (l.) und Bodo Hombach (r.)
Der Blick auf die sozialstaatliche Entwicklung unserer europäischen Nachbarn, vor allem der nordischen Staaten, zeigt, dass erfolgreiche Sozialpolitik gesellschaftlich und wirtschaftlich realisierbar ist. Das Konzept des vorsorgenden, präventiven und investierenden Sozialstaats erscheint hier als ein besonders vielversprechender Ansatz. Basierend auf einer hochwertigen sozialen Infrastruktur ist das Ziel die Befähigung und Inklusion von Menschen mit Hilfe frühzeitiger, langfristiger und lebensbegleitender Investitionen. Nur durch umfassende Befähigung – so die Kernthese – können echte Chancengleichheit, Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet werden. Eine Schlüsselkomponente erfolgreicher Sozialpolitik ist letztlich die Frage, inwiefern die Akteure, Institutionen und Ebenen im Bereich Arbeits-, Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Familien- und Integrationspolitik miteinander interagieren. Eine politikfeld- und politikebenenübergreifende Kooperation ist somit zentraler Bestandteil jeglicher wirksamen Vorsorgepolitik.

Hier setzte das gemeinsam von der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik sowie dem Progressivem Zentrum im Januar 2013 gestartete Projekt „Die Zukunft des Sozialstaats: Chancen, Barrieren und Perspektiven neuer Formen der Kooperation“ an. Konkret wurden folgende Fragestellungen in den Fokus genommen:
  • Wie sehen die Bedingungen wirksamer Kooperation im Dienste vorsorgender Sozialstaatlichkeit aus?
  • Welche Dynamiken, Barrieren und Chancen in der Kooperation sozialstaatlicher Akteure müssen stärker in den Fokus gerückt werden?
  • Wie könnten aus den Erkenntnissen über derzeit noch zeitlich und/oder regional begrenzte Vorhaben weiterführende ebenen- und sektorenübergreifende Strategien formuliert werden?
  • Was können wir diesbezüglich von der sozialstaatlichen Entwicklung unserer europäischen Nachbarn lernen?
Geleitet wurde die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, bis Anfang 2014 Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, und Dr. Tobias Dürr, Vorsitzender des Progressiven Zentrums.
 
Projektpaten waren Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik, sowie Dr. Alfred Gusenbauer, österreichischer Bundeskanzler a.D.

Die Abschlusspublikation zum Forschungsprojekt finden Sie hier.


Ansprechpartner:
  • Dr. Boris Berger, Geschäftsführer der Bonner Akademie. Mail: bapp(at)uni-bonn.de
  • Dominic Schwickert, Geschäftsführer des Progressiven Zentrums. Mail: ds(at)progressives-zentrum.org